# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1862_S66 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 66 Kritik des Berichts der Siebenten Synode der aus Preußen ꝛc. als Präpositus, und wiederum mit den ihm zugegebenen Pastoren als K. Ministerium; gegen welche dann der Senior Min. nicht mehr Recht und Freiheit hätte, etwas einzuwenden; und wäre damit das wirkliche Seniorat und Aufseheramt lahm gelegt... Darum bitte ich, daß die Synode diesen Wirren ein Ende mache. Denn diese Verwickelungen sind mit Ursache, daß der falsche Amtsgeist und das Drohen mit Secession aufgekommen ist und die Gemeinden fast zu verwüsten droht." Durch den ganzen Synodalbericht geht ein Zug hindurch, der das Buffaloische Kirchenwesen recht eigentlich charakterisirt: Das Aufrichten einer Obrigkeit in der Kirche außer der alleinigen Obrigkeit Jesu Christi, das Geltendmachen einer Gewalt außer der alleinigen Gewalt des Wortes Gottes. Die Verkehrung und Verdrehung des Reiches Christi in ein Weltreich, und somit die Zerstörung der Kirche Gottes. Es giebt aber keine menschliche obrigkeitliche Gewalt in der Kirche von Gott geordnet, wer dennoch eine solche aufrichten will, greift, wie ein gotteslästerlicher Rebell, Jesu Christo an seine Krone. Was würde ein weltlicher König sagen, wenn sich neben ihm noch ein Anderer die Gewalt anmaßen wollte, seinen Unterthanen Befehle zu geben, denen sie gehorchen müßten? Er würde ihm, als einem gottlosen Frevler, den Kopf vom Rumpfe schlagen lassen. Nun hat der Herr Jesus gesagt, Matth. 20, 25: „Einer ist euer Meister, Christus; ihr aber seid alle Brüder." Die Schmalk. Artikel sagen: „es darf weder Peter noch andere Diener des Worts ihnen zumessen einigen Gewalt oder Oberkeit über die Kirchen." Paulus sagt 2 Cor. 8: „nicht sage ich, daß ich euch etwas gebiete; sondern dieweil andere so fleißig sind, versuche ich auch eure Liebe, ob sie rechter Art sei." Luther lehrt (19, 83.): „darum sage ich, weder der Pabst, noch Bischof, noch einiger Mensch hat Gewalt, eine Sylbe zu setzen über einen Christenmenschen, es geschehe denn mit seinem Willen; und was anders geschieht, das geschieht aus einem tyrannischen Geiste." (10, 465.) „Möchtest du aber sprechen: Weil denn nun unter den Christen kein weltlich Schwerdt sein soll, wie will man sie denn äußerlich regieren? Es muß je Oberkeit auch unter den Christen bleiben. Antwort: Unter den Christen soll und kann keine Oberkeit sein, sondern ein jeglicher ist zugleich dem andern unterthan. Was sind denn die Priester und Bischöfe? Antwort: Ihr Regiment ist nicht eine Oberkeit oder Gewalt, sondern ein Dienst und Amt; denn sie nicht höher und besser vor andern Christen sind. Darum sollen sie auch kein Gesetz noch Gebot über andere legen ohne derselben Willen und Urlaub." Um der Ordnung willen können die, welche Brüder unter einander sind, Seniorate, Synoden, Präposituren ꝛc. unter sich aufrichten und denselben gewisse Obergewalten geben und solcher menschlichen Ordnung soll man denn auch um Liebe und Friedens willen gehorsam sein. Aber an sich, ohne Uebertragung, hat eine Synode, ein Senior u. s. w. keinen Funken Gewalt über seine Brüder. Wo sollte die auch herkommen?