# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1848 02 08_S95 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) bereits bedeutenden Einfluß gewonnen. 6000 Indianer ſollen von den Jeſuiten bereits getauft worden ſein.“) Soll dieſe Thatſache uns abſchrecken, nach Oregon zu miſſioniren? Nimmermehr. Nicht nur ſehen wir daraus, daß die Römiſche Kirche die Bedeutung Oregons für die Zukunft erkannt hat; wir finden auch hierin eine beſchämende Erinnerung an die Schuld, welche die armen Indianer auch von uns Lutheranern zu fordern haben; und außerdem nöthigt uns die berechtigte Ausſicht auf die zu erwartende Auswanderung der Deutſchen nach Oregon zu einer Miſſion da⸗ hin. Wer hätte gedacht, daß hier im fernen We⸗ ſten in ſo kurzer Zeit ſich eine ſo bedeutende Zahl von deutſchen ev.⸗lutheriſchen Gemeinden bilden würde? Dürfen wir demnach nicht erwarten, daß der Strom der deutſchen Auswanderung ſich noch weiter weſtwärts ergießen wird? Wie viele Deutſche ſind vielleicht ſchon in Oregon? Ihnen ſowohl, unſern Glaubensgenoſſen, als den In⸗ dianern das Wort des Lebens zu brin gen, iſt un⸗ ſere heiligſte Pflicht. Mögen ſich daher Männer und Jünglinge um unſer reines Bekenntniß ſchaaren, und unter Lei⸗ tung eines beglaubigten Miſſionärs nach Oregon gehen, um dort das Reich Gottes auszubreiten. Allen Lutheranern ſei die Sache unſerer Miſ⸗ ſion zum Gebet, zur Berathung und Ausführung herzlich empfohlen. Wer genauere Nachrichten über den Zuſtand der Indianer in Oregon beſitzt, wird gebeten, dieſelben im Lutheraner mitzutheilen. Hermann Fick. 4* Nach Oregon! Ziehet hin, ihr ſchnellen Boten, Ziehet hin nach Oregon, Und erweckt die geiſtlich Todten Mit des Wortes mächt'gem Ton. Ziehet hin, ihr theuren Brüder, Ferne bis ans ſtille Meer; Stürzt die ſtummen Götzen nieder Und verkündigt Chriſti Ehr'. Ach! erbarmet euch der Heiden, Lindert ihre bittre Qual; Denn der Jammer, den ſie leiden, Er iſt ohne Maaß und Zahl. Ohne Troſt dahin gegeben, Ohne Hoffnung, ohne Licht, Ohne Gott und ohne Leben Kennen ſie den Frieden nicht. IEſu, der du aufgegangen, Aller Heiden Troſt und Stern, Laß zu deinem Licht gelangen Alle Heiden nah und fern. Gnadenſonne, leuchte, glänze! Strecke aus dein Strahlenſchwert, Daß bis an die fernſte Grenze Alles ſich zu dir bekehrt. *) Der „Herald of Religious Liberty“ ſchreibt in der Nummer vom 25. November vorigen Jahres: „Sie (die Jeſuiten) ſind über die Felſengebirge gegangen und haben ihre Kirchen und Inſtitute in Oregon gepflanzt. In Ore- gon haben ſie gegen 30 Miſſionäre; 1500 Römiſch⸗Katho- liſche ſind von Canada abgegangen, um mit ihnen zu wir⸗ ken. Sie haben da ein College und zwei Academien. Sie haben 14 Kirchen; 6000 Indianer haben bereits dem Pabſt Treue geſchworen. Die Geſellſchaft zur Fortpflanzung des (römiſchen) Glaubens hat während des letzten Jahres gegen $20,000 zur Unterſtützung der Jeſuiten in Oregon ver⸗ wendet.“ — Dieſes höret, Lutheraner! — und wie? — Ihr wollet die Hände in den Schooß legen? — A. d. R. Rüſtet euch, ihr heilgen Schaaren, Freudig zu des HErren Krieg; Trotzet fröhlich den Gefahren, Denn des HErren iſt der Sieg. Der durch Meere Bahn gebrochen, Der der Stürme Toben ſtillt, Hat euch ſeinen Schutz verſprochen, Iſt der Seinen Schirm und Schild. Freuet euch, ihr fernen Lande, Und ihr Meere, jauchzt, lobſingt! Da zu eurem fernen Strande Gottes Reich voll Gnade dringt. Ja! Gott wird es bald vollenden, Was er heilig zugeſagt; Seine Boten wird er ſenden, Daß euch bald der Morgen tagt. So zieht hin, ihr theuren Brüder, Ferne bis ans ſtille Meer; Stürzt die ſtummen Götzen nieder Und verkündigt Chriſti Ehr'. Wecket auf die geiſtlich Todten Mit des Wortes mächt'gem Ton; Ziehet hin, ihr ſchnellen Boten, Ziehet hin nach Oregon. * THE MISSIONARY.“ Dies iſt der Titel eines neuen lutheriſchen Miſſionsblattes in engliſcher Sprache, wovon die erſte als Probenummer uns vorliegt. Das⸗ ſelbe, in einer nur um Weniges kleinern Form als der „Lutheraner“, ſoll von nun an allmonatlich herauskommen; die nächſte Nummer zu Ende Februar, vorausgeſetzt, daß ſich bis dahin ſo viele baarzahlende Subſcribenten finden, als zur Be⸗ ſtreitung der nöthigen Koſten erforderlich ſind. Der Preis iſt 50 Cents für den Jahrgang in Vorausbezahlung; Herausgeber iſt Herr Paſtor W. A. Paſſavant in Pittsburg, Pa., an wel⸗ chen alle den „Missionary“ betreffende Briefe zu adreſſiren ſind. Was den Charakter des Blattes betrifft, ſo ſchreibt Herr Paſſavant ſelbſt unter anderen: „Dies Blatt, wie ſein Name an⸗ zeigt, wird ſich nach ſeinem Charakter mit Ange⸗ legenheiten der Miſſion beſchäftigen. Es wird daher den beſtehenden, allgemeinen Intereſſen gewidmeten, Zeitſchriften nicht in den Weg treten. Der Plan iſt kürzlich dieſer: Das Feld iſt die Welt. Derjenige Theil derſelben, welcher von der lutheriſchen Kirche eingenommen worden iſt, und diejenigen Theile, welche noch nicht von an⸗ dern chriſtlichen Kirchen beſetzt worden ſind, wer⸗ den das Feld unſerer beſondern Beobachtungen bilden.“ Der Inhalt des Blattes wird drei Ge⸗ biete umfaſſen, 1. die „innere Miſſion“, das heißt, was in der Kirche ſelbſt geſchieht und ge— ſchehen ſollte zu ihrer Erbauung in jeder Bezie— hung; 2. die „einheimiſche Miſſion“ (Home Mission), das heißt, was zur Verſorgung Der— jenigen mit dem Evangelio geſchieht, welche hier in Amerika der geiſtlichen Pflege entbehren; und 3. die „ausländiſche Miſſion“; in dieſem Capitel werden zuerſt die officiellen Berichte der ameri⸗ kaniſch⸗lutheriſchen Miſſionare in Indien vor⸗ kommen. Herr P. erklärt, der Missionary“ ſei Organ „weder einer Synode, noch einer Parthei, noch einer Geſellſchaft“; möge er der Kirche red⸗ lich dienen, zu welcher er ſich bekennt, nemlich der lutheriſchen, ſo wird er keiner menſchlichen Parthei, ſondern der Gemeinde dienen, die Chriſtus ſelbſt geſtiftet hat, die über den ganzen Erdboden ver⸗ breitet iſt und unter allen Namen verborgen liegt H. Fick. und ſich durch alle Jahrhunderte hindurch zu nichts bekannt hat, als zu dem reinen und lau⸗ teren Worte ihres HErrn; welchem ſei Ehre in Ewigkeit. Amen. „Wahrlich, ich ſage euch: Was ihr gethan habt Einem unter dieſen meinen geringſten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Und was ihr nicht gethan habt Einem unter dieſen Geringſten, das habt ihr mir auch nicht gethan.“ Matth. 25, 40. 45. Johannes Heß (geſtorben 1547), der erſte lutheriſche Prediger in Schleſien, konnte es nicht mehr anſehen, wie Bettler, Krüppel und Gebrech⸗ liche auf allen Gaſſen und vor allen Kirchen in Breslau lagen. Er that deßhalb verſchiedene Male öffentliche Ermahnungen von der Kanzel an die Obrigkeit, allein man richtete keine Ver⸗ pflegung der Armen in den Gemeinden ein. Da unterließ Heß etliche Sonntage hinter einander das Predigen. Das machte den Magiſtrat und die Gemeinde voll Nachdenken, da er ſonſt die Kanzel immer mit großer Freudigkeit beſtieg. Man entſchloß ſich endlich, ihn um die Urſache zu fragen. IEſus liegt in ſeinen Gliedern vor allen Kirchthüren. Ueber den mag ich nicht wegſchreiten. nicht hinwegräumen, ſo will ich auch nicht predigen!“ — Dieß Wort machte all⸗ gemein den tiefſten Eindruck. Sogleich wurden die Armenanſtalten berathen, man wies die un⸗ befugten Bettler zurecht, und brachte an einem Tage gegen 500 Perſonen in hierzu eingerichteten Spitälern unter. Der Apologet leugnet in ſeiner letzten Nummer (474) die That⸗ ſache, die wir im Lutheraner Jahrg. IV, Nr. 1. Seite 2, Anmerkung, berichtet haben, daß nemlich ein Mann vor uns ſelbſt ausgeſagt habe, auf einer methodiſtiſchen Camp-Meeting um ſeinen Gnadenſtand ſchändlich betrogen worden zu ſein. Der Apologet leugnet dies um ſo unverſchämter, da der unglückliche, in ſeinem Glauben irre ge⸗ machte Mann, von dem wir berichteten (ein vor⸗ maliger Reformirter aus dem Lippeſchen), ſich dennoch endlich in die Schlingen des Methodis⸗ mus hat ziehen laſſen, und nun ausſagt, daß er „ſich nichts Zuſammenhängendes“ von dem mit uns geführten Geſpräche „zu erinnern wiſſe“. Wir haben hierauf nichts zu antworten, als daß Leugnen nicht Sich reinigen heißt, daß die Ge⸗ fangennehmung jenes Unglücklichen es nur doku⸗ mentirt, wie die Irrthümer der Methodiſten wirk⸗ lich kräftige ſeien 2 Theſſ. 2, 11., daß alles, was wir geſchrieben haben, vollkommen mit der vor uns gethanen Ausſage übereinſtimme, und endlich, daß wir noch vieles, was in dieſer Sache die Methodiſten beſchwert, verſchwiegen haben. Herr Friedrich Schneller dahier (kein Glied unſerer Gemeinde), der zugegen war, iſt unſer Zeuge. — Wir müſſen übrigens geſtehen, es ekelt uns, mit den Herren Methodiſten ferner zu con⸗ trovertiren, nachdem wir ſolche Erfahrungen von Die Antwort war: „Mein HErr Wird man Ihn