# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1862_S47 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Das neue Zeitblatt über uns arme Missourier. 47 Wissenschaft und falsch berühmten Kunst der neumodischen Rationalisten und pantheistischen Gnostiker, die sich fälschlich Theologen und dazu lutherische nennen, als auch vor den Satzungen der romanisirenden Afterlutheraner, die den papistischen Unrath und Auskehricht, den unsre Väter längst aus der Kirche hinausgefegt haben, geflissentlich wieder zusammenlesen und als neugewonnene Goldkörner wieder hineintragen, um wo möglich ein goldnes Kalb daraus zu machen. Gleichwohl werden wir durch unsre lieben Lehrväter zugleich in der rechten lutherischen Nüchternheit und Vorsichtigkeit erhalten, daß wir nicht das Kind mit dem Bade ausschütten, sondern mit der Leuchte unsers guten und ewig wahren Bekenntnisses die Geister prüfen, die sich aus der lutherischen Kirche Deutschlands dermalen kundgeben. Und welcher Hochmuth, welche Undankbarkeit wäre es da nicht, wenn unser Herz nicht vor Freuden wallte, wo wir nur irgend die Stimme unsrer wahren und einigen Mutterkirche, sei es in Lehre oder Wehre, ja fernerab in Geschichten und Gedichten, in dieser oder jener Form und Gestalt klar und deutlich vernehmen, sonderlich wo in Sachen der Lehre nicht Mum, Mum unter dem Hütlein gespielt wird, sondern die Posaune einen hellen und klaren Ton giebt. Von jener falschen, heuchlerischen und knechtischen Demuth aber, die auch innerhalb der lutherischen Kirche den natürlichen Gaben, der Gelehrsamkeit, der wirklichen oder scheinbaren Geistreichigkeit, der Schönheit der Darstellung u. s. w. abgöttischer Weise Weihrauch streut und opfert, selbst wo dies Alles nicht im Gehorsam der Schrift, wie sie lautet, und nicht im Dienst des kirchlichen Bekenntnisses steht — von dieser Demuth wollen wir nichts wissen, sondern hassen und verwerfen sie von Herzensgrund. Wir wissen, daß die wahre Theologie, die allein im Grunde der Schrift, wie sie lautet, wurzelt, zugleich auch aus der Tiefe eines christgläubigen Herzens, darin das göttliche Wort lebt und es nach Gesetz und Evangelium in steter Erfahrung von Sünde und Gnade übt, herausquillt; und nicht minder sind wir deß gewiß, daß sie nur unter der Handleitung und Ueberwachung ihres Bekenntnisses sich thätig erzeigen und immer nur eine Dienerin, aber niemals eine Herrin der Kirche sein will. Fehlt es nun uns Lutheranern von der Missouri-Synode allerdings an mancherlei Vorrath, Rüstzeug und Zubehör, dessen unsre Kirche in Deutschland sich erfreuet, so haben wir den Vortheil voraus, daß wir einfältig und einmüthig mit unsrer Theologie auf demselben Grunde der Schrift mit unsern rechtgläubigen Lehrvätern stehen und mit ihnen, unserm theuerwerthen Bekenntniß gemäß, die uralte und ewig neue christliche Heilswahrheit bezeugen; und demgemäß lehren und erziehen wir denn auch unser Volk, daß unter Gottes Gnade und Segen wahrhaft lutherische Gemeinden allmählig entstehen und, so lange es Gott gefällt, bestehen. „Wir glauben, darum reden wir;“ und wenn diese unsre Aussprache manchen Ohren drüben „sehr scharf und beinahe schrillend zu sein scheint,“ so können wir eben nicht helfen und sind der Meinung, daß diese Wirkung