# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1862_S42 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 42 Vorwort zu Jahrgang 1862. auf den Lehrstuhl gestellt haben, Lehrer, die, Gott sei Dank! noch bei Tausenden und aber Tausenden das Zutrauen genießen, daß sie treue Haushalter über Gottes Geheimnisse waren, ein solches Zutrauen, welches gegenwärtig kein lebender Theolog genießt. Es ist wahr, was Pastor Fengler schreibt, „die Alten müssen in Fleisch und Blut übergehen“ und „das Bekenntniß aus dem Inwendigsten, wo der Glaube wohnt,“ kommen. Daß das aber bei uns der Fall ist, wissen wir. Wir meinen, schon die Art, eine Lehre mit Citaten zu belegen, wie wirs bisher gethan haben, zeigt, daß wir diese Citate nicht in den Registern aufgesucht, sondern daß wir das Ganze der alten Lehre uns angeeignet und lebendig erfaßt haben, daß es unser eigenstes Eigenthum, das Kleinod unseres Herzensglaubens ist, wofür wir nicht nur freudig alle über uns ausgegossene Schmach auf uns genommen haben, sondern auch noch Größeres zu opfern bereit sind. Wer da meint, daß man so citiren könne, ohne der ganzen Lehre mächtig geworden zu sein und in seinem Herzen zu tragen, der mache es uns doch nach ohne dies. Uebrigens mögen die mehr als siebenzehn Jahrgänge unseres Lutheraner, der es vielfach auch mit den ausgesprochenen Nicht-Lutheranern zu thun gehabt hat, selbst dafür reden, ob wir es durch Gottes Gnade verstehen, denen gegenüber, welche keine lutherische Auctorität anerkennen und bei denen es sich nicht darum handelt, ob etwas lutherisch, sondern ob das Lutherische biblisch sei, die lutherische Lehre aus der Bibel zu begründen, zu vertreten und den entgegenstehenden Irrthum zu entkräften. Wir würden über Letzteres nie ein Wort verloren haben, hätten uns nicht dazu die anmaßend richterischen Ausfälle Herrn Past. Fengler's in dem Ehlers'schen Zeitblatt genöthigt.*) Denn was wir als gewissermaßen unser *) Fenglern läßt nehmlich Ehlers in seinem Blatte schreiben: „Das Christenthum ist immer Bekenntniß des Glaubens und das Bekenntniß kommt aus dem Inwendigsten, wo der Glaube wohnt. Aber den Missouriern ist das Christenthum mehr ein Aufsagen von allerlei ganz richtigen, vortrefflichen Glaubens-Sätzen.“ Anmaßender und richterischer haben auch unsere ärgsten Feinde nicht geschrieben. Eine solche hämische Bemerkung wird dadurch nicht gut gemacht, sondern desto giftiger, wenn Past. F. auch Folgendes schreibt: „In der That sind die Missourier gelehrt und erfahren in der Weisheit der lutherischen Väter.. Doch ist auch in den americanischen Zeitschriften manches Gute zu finden. Alles hat große Klarheit. Und der Eifer für lutherische Lehre, die ja die Missourier in einzelnen Stücken besser haben, als sie sonst ist, ist nur nachahmungswerth. So ist mir lehrreich gewesen ein Aufsatz in Lehre und Wehre, December 1859: Vergleichung Luthers mit Johann Arndt und A. H. Franke. Es scheint mir diese Darlegung vortrefflich.“ Wie es scheint, gibt es hiernach auch in Deutschland Leute, die die Missourisynode, diesen Dorn im Auge der falschen Lutheraner, loben, um sie als „Unpartheiische“ desto mehr schänden zu können. ————◆◆◆————