# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1862_S41 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vorwort zu Jahrgang 1862. 41 len, als unsere Väter, was wir nicht können, so würden wir doch durch unser Zeugniß die lutherische Lehre mehr in Mißcredit bringen, als empfehlen und ihre Annahme fördern. Unsere Zeit weiß sich zwar viel damit, sich von Abhängigkeit von menschlichen Auctoritäten endlich emancipirt zu haben, aber es ist nur zu offenbar, daß jetzt mehr vor allem darnach gefragt wird, wer etwas sage, als je. Eine theologische Celebrität kann getrost das schreiben, was, wenn es aus der Feder eines kleinen Lichtleins geflossen wäre, als Unsinn verlacht würde, dennoch wittert man bei ihr hinter den befremdlichen Zeilen tiefe Wahrheit. Exempla sunt odiosa. Was sind wir nun, daß wir in einer solchen Zeit hoffen dürften gehört zu werden, wenn wir das als lutherische Lehre wieder zur Anerkennung bringen müssen und wollen, was oft von Theologen wie vom Volke nicht mehr für lutherisch gehalten wird! Hierzu kommt ferner dieses, daß wir hier Gegner haben, welche die strengsten Lutheraner sein wollen, die uns fort und fort mit ihren Flüchen und Bannstrahlen als Feinde der lutherischen Kirche und Lehre, bald als Papisten, bald als Unirte und Schwärmer, verfolgen, Gegner, die bei ihrem Pochen auf lutherische Orthodoxie das gerade Gegentheil von dem glauben und lehren, was Luther und seine treuen Nachfolger geglaubt und gelehrt haben, die daher das Volk unter dem falschen Namen des Altlutherthums kläglich betrügen und verführen. Was können wir nun da, wollen wir nicht ruhig zusehen, wie das lutherische Volk unter lutherischer Maske betrogen und verführt wird, Kryptopapisten für Säulen des Lutherthums und die alte reine evangelisch-lutherische Lehre, die wir bekennen, für schwärmerischen Unrath zu halten, was können wir nun da anderes thun, als aus den Schriften Luthers und seiner Mitarbeiter und Nachfolger selbst mit Schwarz auf Weiß nachweisen, welches eigentlich die Lehre jener Gottes-Männer, denen unsere Gegner heuchlerisch Gräber (ja, Gräber!) bauen, gewesen sei? Wenden letztere allerlei das unwissende Volk täuschende Künste an, wodurch sie selbst die sonnenhellsten Zeugnisse eines Luther, eines Chemnitz, eines Gerhard u. A. so lange peinigen, bis sie das Gegentheil von dem sagen, was sie gesagt haben, welch ein leichtes Spiel würde es erst unseren Gegnern sein, uns als antilutherische Häretiker dem Volke darzustellen, wenn wir, um nicht in den Verdacht der Nachbeterei oder, wie Pastor Fengler redet, des „Aufsagens von allerlei ganz richtigen, vortrefflichen Glaubens-Sätzen“ zu gerathen, alles nur in unserer Weise aus der Schrift deduciren würden! Hätten wir hier nicht die Väter unserer Kirche von den Todten erweckt und sie für uns nicht reden lassen, so würde längst hier eine Verwirrung unter dem Volke entstanden sein, in welcher oft auch die Redlichsten von den Pseudolutheranern betrogen und wir mit unserer reinen lauteren lutherischen Lehre als Apostaten von Tausenden gemieden worden wären, die jetzt mit uns herzlich glauben und fröhlich bekennen. Der Segen ist groß, womit unser Zeugniß in diesem Lande begleitet gewesen ist, zu Gottes Ehren sei es laut gerühmt, aber wir werden es nie vergessen, daß eine Hauptursache dieses Segens durch Gottes Gnade gerade diese unsere Praxis ist, daß wir nicht uns, sondern unsere Lehrer hier