# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1862_S28 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 28 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. Wahrheit aber congregationalistisch und methodistisch.“ Dieses Zeugniß eines Reformirten ist es, welches den englisch⸗americanischen Lutheranern ihr Liebäugeln mit den Reformirten eingetragen hat. Die Swedenborgianer zählen in den Vereinigten Staaten im Ganzen 34 Gemeinden. Berathende Glieder. In dem Jahresbericht der Synode von Nord-Illinois von diesem Jahre wird wiederum Meldung davon gethan, daß die Synode auch einen Prediger der unirten Kirche als berathendes Glied aufgenommen habe. Wie gut lutherisch eine Synode sein müsse, welche bei Unirten, Reformirten ꝛc. für ihre kirchlichen Angelegenheiten sich Raths erholt, ist leicht zu schließen. „Luth. Observer.“ Die östliche Conferenz der Fränkischen Synode hat im October v. J. folgenden Beschluß gefaßt: „Beschlossen, daß wir den Observer als einen starken und wirksamen Damm gegen die Fluth des Symbolismus betrachten, der sich über die luth. Kirche in unserem Vaterland zu verbreiten sucht.“ Dieser Herren Furcht scheint größer zu sein, als unsere Hoffnung. Wenn Erstere freilich unter „Symbolismus“ das Geschrei verstehen: „Wir bekennen uns zu allen Symbolen,“ dann mag allerdings Gefahr sein, daß der Symbolismus selbst die grünen Auen der Generalsynode überfluthet und verschlemmt. Verstehen sie aber unter „Symbolismus“ klare Erkenntniß von der Schriftmäßigkeit der luth. Symbole und demgemäßes treues Festhalten der in denselben niedergelegten reinen Lehre, dann können die Herren Generalisten sich beruhigen. Auch was den americanisch-lutherischen Symbolismus betrifft, so gilt, wie von dem Deutschländischen, das Sprüchwort: „Viel Geschrei, wenig Wolle.“ Verleugnung. Der „Lutheran“ war von dem Editor eines methodistischen Blattes als lutherisch „alter Schule“ und der Observer als lutherisch „neuer Schule“ bezeichnet und die erstere Richtung u. A. dahin beschrieben worden: „daß diese Blätter (der Lutheran und Missionary) und ihre Freunde die alte und buchstäbliche Auslegung der Augsb. Conf. befürworten, welche unter anderen Puncten die Lehre von der Wiedergeburt durch die Taufe (baptismal regeneration) und eine Ansicht von dem Nachtmahl des HErrn lehrt, die der Luth. Observer und seine Freunde als unbiblisch verwerfen.“ Darauf antwortet der „Lutheran“ vom 21. November: „Was die Lehren von der Taufe und von dem Nachtmahl des HErrn betrifft, so hat die luth. Kirche in ihren Bekenntnissen und anderwärts immer und immer protestirt, daß sie über diese Puncte keine solchen Ansichten habe, als man sie oft beschuldigt hat.“ Das ist alles, was der Lutheran dem Methodist gegenüber über diesen Punct zu sagen hat. Fürwahr, eine schmählichere Verleugnung der erkannten Wahrheit kann es kaum geben. „Evangelische Mennoniten.“ In dem mennonitischen „Christlichen Volksblatt“ vom 7. Nov. v. J. lesen wir: „Hier im östlichen Theile Pennsylvaniens hat sich eine kleine Partei im Jahre 1858, die sich Evangelische Mennoniten nennt, gebildet; sie haben sich bis jetzt noch von uns wesentlich darin unterschieden, namentlich, daß sie in der Bekehrungslehre dem Methodismus sehr nahe stunden, doch aber vom Methodismus in der Tauflehre wieder einigermaßen abweichen, aber desto näher darin zum Baptismus hinneigen. Mehrere sind schon zwei und einige dreimal getauft — die Kindertaufe mit eingerechnet. Ihre Taufanschauung sehen wir an als einen unverantwortlichen Mißbrauch dieser heiligen Handlung, besonders bei solchen, die bereits schon einmal auf ein evangelisches Glaubensbekenntniß getauft sind, welches selbst Menno nicht gethan hat. Man hat sich daher kein Bedenken gemacht, sie als methodistische Wiedertäufer anzusehen. Evangelisch nennen sie sich ohne Zweifel deshalb, weil sie vorgeben das rechte Leben aus Gott wieder gefunden zu haben, sie betrachteten wenigstens früher die andern mennonitischen Bekenner um sich her, die ihnen nicht beistimmen konnten, als eine todte Masse und somit als nicht evangelisch. Es scheint ein besonderer Predigt-Geist unter ihnen erwacht zu sein, weil sie seit ihrer Entstehung schon sieben neue Prediger meistentheils unter sich erwählt haben und aus anderen Confessionen angenommen haben, während ihre wirkliche Gliederzahl 60 nicht viel übersteigen wird.“