# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1862_S26 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 26 Litterarische Intelligenzen. der Christen. Nu habt ihr ja noch keine Sammlung verordnet, wie wir hoffen, daß sie durch die Visitation soll angerichtet werden. Darzu wenn schon die Sammlung geordnet wäre, so wäre dennoch solch Schelten nicht recht, weil St. Paulus sagt: Seniorem ne increpes, sed obsecra ut patrem (Einen Alten schilt nicht, sondern ermahne ihn als einen Vater); und Christus Matth. 18. zuvor will vermahnet haben insonderheit. Welcher Geist diese Ordnung nicht hält, der hat nichts Gutes für. Aber in der öffentlichen theatrali concione, da Christen und Unchristen bei einander stehen und zuhören, wie in der Kirchen geschicht, soll man auch ingemein strafen, und allerlei Unglauben und Untugend, auch niemand sonderlich ausmalen. Denn es ist eine gemeine Predigt, soll auch gemein bleiben, und Niemand für andern beschämen und roth machen, bis sie abgesondert und in die Sammlung kommen, da man ordentlicher Weise vermahnet, bittet und straft. Hat er aber ja Lust zu strafen öffentlich, so thue ers denen, die ihn öffentlich am ersten antasten; wie ich den Papisten und Schwärmern thue. Sonst halte er inne und mache keinen Anhang, noch Verachtung der Personen. Denn solch Strafen bessert Niemand, kützelt den Pöbel, und büßet dem Strafer seine Lust. Solches, bitte ich, wollet ihr von meinetwegen, und auch für sie selbst und euch, dem Ehrbarn Rath auch anzeigen, und mit Fleiß drauf sehen. Denn der Satan schläft nicht, sucht immer Unglück anzurichten. Hiermit Gott befohlen, Amen. Freitag nach Oculi, 1527.“ — (Luthers Werke, Erl. Ausg. LIII, 399. 400.) C. Litterarische Intelligenzen. Bei Dülfer in Breslau ist erschienen: Actenmäßiger Bericht über das Verfahren des Oberkirchencollegiums der ev.⸗luth. Kirche in Preußen gegen den Pastor Diedrich. Im Auftrage des O.⸗K.⸗C.'s erstattet von H. A. Pistorius. 1861. S. 79. Bei Deichert in Erlangen: Christenlust in Liedern. Bevorwortet von Fr. Hommel, Bezirksgerichtsrath in Ansbach. 1861. S. 177. 12 Ngr. „Ursprünglich für den Studentenverein Philadelphia in Erlangen bestimmt, aber auch für Jünglings- und andere Vereine sehr passend, die sich in Lied und Gesang geistlich und weltlich erheben und erquicken wollen.“ Für den Werth der beigegebenen Melodien bürgt Hommel. — Bei Gustav Schlawitz in Berlin erscheint gegenwärtig: Examen Concilii Tridentini per Mart. Chemnitium scriptum denuo typis exscribendum curavit Ed. Preuss. Von dieser Schrift findet sich eine ausführlichere Anzeige in der Ev. Kirchenzeitung von Dr. Hengstenberg. Darin heißt es: „Die vorliegende Ausgabe des Examen von Chemnitz bildet den 8. Band der bei G. Schlawitz erscheinenden Bibliothek klassischer Theologie in wohlfeilen Ausgaben. Die vier Theile des Examen sind hier unter fortlaufenden Seiten hintereinander gedruckt; dann ein neuer erschöpfender Index; dann ein ausführliches Leben von Chemnitz mit seinem Portrait;