# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1862_S23 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Der Lutheran und Missionary. 23 ob's zu gläuben sei, daß ein Prediger oder Seelsorger so verstockt und boshaftig sein könnte, und hiezu still schweigen, und beide Theil also lasse gehen, ein jegliches in seinem Wahn, daß sie einerlei Sacrament empfahen, ein jegliches nach seinem Glauben. Ist aber etwa einer, der muß ein Herz haben, das da härter ist, denn kein Stein, Stahl und Demant, der muß freilich ein Apostel des Zornes sein. Denn Türken und Jüden sind viel besser, die unser Sacrament leugnen und frei bekennen; denn damit bleiben wir unbetrogen von ihnen und fallen in keine Abgötterei. Aber diese Gesellen müßten die rechten hohen Erzteufel sein, die mir eitel Brod und Wein geben, und ließen mich's halten für den Leib und Blut Christi, und so jämmerlich betrögen. Das wäre zu heiß und zu hart; da wird Gott zuschmeißen, in kurzem. Darum wer solche Prediger hat, oder sich deß zu ihnen versieht, der sei gewarnt vor ihnen, als vor dem leibhaftigen Teufel selbst." (XVII, 2446.) — Es will sich uns immer der Gedanke aufdrängen, als ob das Lutherthum der General⸗Synode zu großen Respect vor den andern großen, fashionablen Denominationen hat, zu große Sehnsucht, von diesen doch auch etwas anerkannt, vor der americanischen Welt auch etwas fashionable zu erscheinen, bei zu großem Entsetzen, zu der Secte zu gehören, „der an allen Enden widersprochen wird." Und doch, darein muß sich ein Christ schicken, daß das wahre Christenthum in der Welt immer nur die Form einer überall sehr mißliebigen Secte zu tragen hat, und daß er die Schmach, zu dem kleinen verachteten Haufen des verachteten Jesu von Nazareth zu gehören, nicht durch unionistische Bestrebungen von sich schieben darf. — Wir verkennen nicht, daß der Kampf der englisch lutherischen Prediger innerhalb der General⸗Synode ein außerordentlich schwieriger ist, denn die englischen Gemeinden sind wohl fast durchgängig mehr vor dem Rationalismus bewahrt geblieben, als die deutschen, aber dagegen vom puritanischen Fanatismus und Unverstand um so tiefer durchsäuert und guter kirchlicher Ordnung sehr wenig zugänglich. Unser Verlangen an die General⸗Synode besteht darum auch nicht darin, daß sie Hals über Kopf mit voreiligen Maßregeln die noch in so vielen Vorurtheilen verstrickten Gemeinden umkehre, sondern vorerst nur einmal den Grundsatz anerkenne, daß Alles, was gegen Schrift und Bekenntniß ist, als sündlich und unlutherisch anerkannt und verworfen werde. Wir wollen nun zusehen, ob es die Editoren der Mühe werth halten, auf unsere Gewissensbedenken zu antworten. Nicht hin und wieder anerkennende Urtheile und scheinbare Liebkosungen sind es, die wir suchen und die heilsam sind zur Förderung brüderlicher Einigkeit, sondern Anerkennung, daß sie unionistisch sind, und daß ihre Union Sünde ist, oder Beweis, daß weder das Eine noch das Andere stattfinde, sondern ihr Ding schrift⸗ und symbolgemäß sei. —