# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1862_S19 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Der Lutheran und Missionary. 19 stes durch das Band des Friedens." Und wie innig fordert zu brüderlicher Liebe auch Luther auf, wenn er Röm. 12, 10.: „Die brüderliche Liebe sei unter einander herzlich," also auslegt: „Das ist die Beweisung der Liebe im höchsten Stück, daß die Christen sollen unter einander eine sondere Liebe haben, über die gemeine Liebe gegen andere Leute; denn das Wörtlein herzlich heißt die Liebe, so Vater und Mutter gegen Kinder und Brüder unter einander haben; als sollt er sagen: Ihr Christen sollt euch nicht allein lieb haben unter einander, sondern ein jeglicher soll gegen den andern herzlich, mütterlich, väterlich und brüderlich sein. Nun was solche freundliche, brüderliche Liebe thue, leide und trage am Nächsten, das lerne von einer leiblichen Mutter gegen ihrem Kinde; so hat uns Christus auch gethan und thut noch also, daß er uns unfläthige, unvollkommene, gebrechliche, sündliche Menschen trägt, daß es scheint, als sind wir nicht Christen; aber seine Liebe macht uns Christen, unangesehen unserer Gebrechen." Wahrlich, wem es in der Seele nicht brennt nach herzlicher, brüderlicher Gemeinschaft, und wem die Trennung nicht wie ein tiefer Schmerz das Herz drückt, der ist ein Maulchrist und ein todter Heuchel⸗Lutheraner. Wie gern würden wir daher, deß ist der lebendige Gott unser Zeuge, den Editoren des „Lutheran" und den Gliedern der General⸗Synode überhaupt in Aufrichtigkeit und Herzlichkeit die Bruderhand reichen; aber wir können nicht, unser Gewissen verbietet es uns, wir würden uns wissentlicher Sünde schuldig machen, wenn wir es thäten. — Liegt nun den Editoren des „Lutheran" daran, mit den Lutheranern der Missouri⸗Synode auch in brüderliche Gemeinschaft zu kommen, so bitten wir dieselben hiermit allen Ernstes, zu helfen, daß das hinweggeräumt werde, was uns trennt, nämlich nachzuweisen, daß unser Gewissen ein irrendes ist, daß unsere Vereinigung mit ihnen nicht Sünde, sondern ein Gott wohlgefälliges Werk sei. Was uns hindert, daß wir den Gliedern der General⸗Synode nicht die Bruderhand reichen können, ist, daß wir sie als Lutheraner nicht anzuerkennen vermögen. Sie nennen sich zwar Lutheraner, aber sie sind Unionisten. Das ist unsere auf Thatsachen begründete Ueberzeugung. Und wäre es nun nicht schmähliche Heuchelei bei solcher innerer Gesinnung, ihnen äußerlich die Bruderhand zu reichen? — Wir wollen, um zu beweisen, daß die General⸗Synode und die Editoren des „Lutheran" unionistisch sind, nicht wieder schon oft besprochene Puncte weitläuftig noch einmal vorhalten, als z. B. die unionistische Bekenntnißlosigkeit der General⸗Synode als solcher, das unionistisch zweideutige „substantially correct", die unionistische Besetzung ihrer Lehranstalten, auf denen Professoren lesen, die öffentlich Lehren der lutherischen Kirche verworfen haben, die ganze unionistische Zusammensetzung der General⸗Synode selbst ꝛc.; sondern wir wollen nur einen Punct näher beleuchten, der von dem Editor in seinem „Standpunkte" als Grundsatz des americanischen Lutherthums ausgesprochen wird. Derselbe lautet: „Wir wollen keine sectirerischen Hecken um unsere Kanzeln, noch Schranken um unsern Abendmahlstisch