# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1862_S3 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vorwort zu Jahrgang 1862. 3 Gott zeigte da einmal, welches hohes Maß von Erkenntniß selbst in einem mittelbar durch das geschriebene Wort erleuchteten Menschen sein könne, wenn Er Seine Lust daran habe, ihn damit zu füllen. Schon schien die Zeit der Mitternacht hereingebrochen und nichts weiter, als die Zukunft des HErrn zum Gericht, vorhanden zu sein, siehe! da erfüllte sich noch die Weissagung des Propheten Sacharja (14, 7.): „Um den Abend wird es Licht sein." Das Geheimniß der Bosheit des Antichrist's schien bereits undurchdringlich geworden zu sein und so die Kirche von den Pforten der Hölle überwunden und selbst die Auserwählten verführt zu werden, siehe! da ward unerwartet der Boshaftige geoffenbart und umgebracht mit dem Geiste des Mundes des HErrn (2 Thess. 2.). Die Kirche schien bereits eine altersschwache unfruchtbare Greisin geworden sein, aber siehe! in Kraft göttlicher Verheißung gebar sie einen Isaak. Eben schien mit Huß die Stimme des letzten Zeugen der lauteren Wahrheit zum Schweigen gebracht worden zu sein, siehe! da geschah, was dem Seher des Neuen Bundes schon im Gesicht gezeigt worden war: „Ein Engel flog mitten durch den Himmel (der Kirche), der hatte ein ewiges Evangelium, zu verkündigen denen, die auf Erden sitzen und wohnen, und allen Heiden, und Geschlechtern, und Sprachen, und Völkern, und sprach mit großer Stimme: Fürchtet Gott, und gebet ihm die Ehre, denn die Zeit seines Gerichts ist gekommen, und betet an den, der gemacht hat Himmel und Erde, und Meer, und die Wasserbrunnen" (Offenb. 14.). Nicht die zeitliche, vergängliche Botschaft eitler Menschenlehre, sondern ein ewiges Evangelium, das reine, lautere, unveränderliche und unvergängliche Wort des Allerhöchsten verkündigte er. Sein Beruf war nicht nur, dem Gemeinlein zu Wittenberg dieses Brod des Lebens zu brechen, sondern allen Heiden und Geschlechtern und Sprachen und Völkern das, vormals mit dem stets wechselnden Irrthum versetzte, Evangelium in seiner Reinheit und unwandelbaren Gestalt wieder zu bringen. Er war auch ohne Zweifel der letzte Bote Gottes an alle Völker vor dem Tage des Gerichts. War nun die Zeit der lutherischen Kirchenreformation die Zeit einer großen göttlichen Gnadenheimsuchung durch Wiederschenkung der göttlichen Lehre in apostolischer Reinheit und durch Anzündung des himmlischen Lichtes rechter Erkenntniß in ursprünglicher Klarheit, so ist diese Zeit der Heimsuchung noch keineswegs verflossen. Jene Reformation mit ihren großen Gaben war und ist die große allgemeine der Kirche wiederfahrene Heimsuchung „in hac mundi senecta" (in diesem Greisenalter der Welt), wie die fürstlichen Bekenner in dem Vorwort zur „Concordia pia et unanimis" sich ausdrücken. Auch wir stehen noch in dieser Heimsuchungszeit und sie wird laut göttlicher Prophetie fortdauern bis an das Ende der Tage. Wie lebendig erkannten die Lehrer unserer Kirche im 16. und 17. Jahrhundert diese Zeit, darin sie von Gott durch die Erweckung, Begabung und das Werk Luther's in Gnaden heimgesucht waren! Wie demüthig und aufrichtig gestanden sie alle, so leuchtend auch ihre eignen Gaben und so gesegnet