# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1861_S381 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 381 priesterthum, sondern als Vertreter des göttlichen Wortes (!) in ihrem Stande auf den Synoden erscheinen.“ Vorkehrung. In der Ankündigung der jüngst abgehaltenen Versammlung der Buffalo⸗Synode, wie sie sich im Informatorium findet, heißt es u. A.: „Die Ruhe, Un⸗ partheilichkeit und ungetrübte Selbstständigkeit der Synode und jedes einzelnen Synodalen ist damit zu verwahren, daß jeder eintretende Pastor und Deputirte vor und nach den Sitzungen sich in keinerlei Privat⸗, Club⸗ und Caucusberathungen und Treibereien des eignen Willens einläßt. Wer dessen überführt wird, muß auf Erkenntniß der Synode dieselbe verlassen.“ Die Sclaven im Süden. Folgendes lesen wir im Lutheran Observer vom 18. October: „Der Presbyterian Standard von Philadelphia hat über diesen Gegen⸗ stand einige passende Bemerkungen. Einige der Nördlichen Blätter geben, in der Absicht, die bereits schon allzu große Aufregung in unserem Lande noch zu vergrößern, ihren Lesern einen falschen Bericht von dem Mangel an religiösem Unterricht für die Sclaven im Süden. Nichts kann in der That unrichtiger sein. Nehmt den ganzen Süden und ihr werdet drei christliche Farbige finden für einen in den freien Staaten bei derselben Anzahl von Leuten. So sehr wir die Sclaverei hassen mögen, es ist eine nicht zu leugnende Thatsache, daß im Süden kein Mangel an religiösen Freiheiten ist. Selbst in Charleston, S. C., findet sich eine große Presbyterianer⸗Kirche, die ganz für die Schwarzen bestimmt ist. Die erste Baptisten⸗Kirche jener Stadt hat neunhundert farbige Glieder von guter christlicher Hal⸗ tung, und alle Kirchen zählen mehr schwarze als weiße Glieder.“ — C. Seltsam. Die New Jersey⸗Synode hat vor kurzem ein Synodalsiegel verfertigen und darauf zur Devise die Darstellung Luthers auf der Pilatus⸗Stiege in Rom gewählt! II. Ausland. Dr. Ebrard's Bewerbung um eine ordentliche Professur in Erlangen ist von der theologischen Facultät dieser Universität einstimmig abgewiesen worden. So berichtet der „Evangelist.“ Gustav⸗Adolphs⸗Verein. Dem Freimund wird aus dem Großherzogthum Hessen geschrieben: „Es ist vielleicht vielen Lesern des Freimund unbekannt, daß zu diesem Vereine auch Juden gehören. Es scheint aber auch, als ob der Verein die jüdische Zudringlichkeit angenommen habe. An einem Orte bestand ein Gustav⸗Adolph⸗ Lokalverein. Der Pfarrvicar, dem die volle Amtsgewalt und alle Pfarrgeschäfte über⸗ tragen waren, betheiligte sich nicht dabei. Trotzdem wies ihn der Präsident des Decanats⸗ Zweigvereins, Decan Dr. E. zu G., an, die jährlichen Beiträge des Ortsvereins zu erhe⸗ ben. Dieser überließ es dem Verein, seine Dinge zu besorgen. Höheren Orts wurde der Vicar von dieser Arbeit doch losgesprochen, und sie dem emeritirten Pfarrer zugetheilt. Da dieser die Kirchenvorsteher gegen ihren Willen dazu moralisch zwingen wollte, so erklärte der Pfarrvicar ihm und den Kirchenvorstehern, daß niemand zu dieser Dienstleistung gezwungen werden könne. Hierauf wurde er ohne jedes Verhör seines Amtes enthoben und zwar hauptsächlich, weil der Decan ihn auch ganz unwahrer Weise einer Widersetzlich⸗ keit beschuldigt hatte!“ Noch ein Denkmal. Es herrscht jetzt eine wahre Manie, verstorbenen Größen Monumente zu errichten. Die Oberlausitzer Gesellschaft der Wissenschaften hat neuerdings den Beschluß gefaßt, auch dem Theosophen Jacob Böhme auf dem Nicolai⸗Kirchhof in Görlitz, wo sich sein Grab befindet, ein steinernes Denkmal zu errichten. Sachsen. Vor einem Jahre erschien in dem Sächs. Kirchen⸗ und Schulblatt eine Auslassung über einen Aufsatz in einem religionsfeindlichen Blatte, in welchem die Ver⸗ sagung der kirchlichen Ehren bei dem Begräbniß von Selbstmördern als Muckerthum dar⸗ gestellt worden war. In jener Auslassung war dem Schreiber des Aufsatzes die „Absicht“ zugeschrieben worden, „Feindschaft wider die Kirche zu erregen, im Volke den Sinn zu verbreiten, daß auch die Kirchenverächter und Selbstmörder, die im Unglauben ohne Gott⸗ vertrauen dahinfahren, Anspruch auf kirchliche Ehren machen, also die Absicht das Volk zu demoralisiren.“ Der so Angegriffene klagte und — horribile auditu — Prof. Luthardt,