# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1861_S377 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die Axiome. 377 durch den Druck zu veröffentlichen, denn längst haben sie sich bereits thatsäch⸗ lich überzeugt, daß alles, was in den einleitenden Worten von der hohen Wichtigkeit und dem vielfachen Nutzen solcher Axiome gesagt worden ist, nur die einfache schlichte Wahrheit sei. Aber freilich, die reiche Fülle von Lehr— inhalt, die hier in so kurzen und doch so klaren und bestimmten Worten zu⸗ sammengedrängt ist, wird sich erst dann recht aufschließen und diese Fundgrube heilsamer Erkenntniß erst dann recht ergiebig erweisen, wenn diese Sätze nicht bloß aufmerksam gelesen und vorübergehend bedacht, sondern eigentlich und ernstlich studirt werden, was ja hier so leicht gemacht ist, wo zu dem Fleiß und der Umsicht des Sammlers die treue Arbeit und das Geschick des Dog— matikers hinzukömmt, der diese goldenen Sätze nicht nur nach den verschie⸗ denen Artikeln der Lehre geordnet, sondern sie gleich als in einer geschlosse⸗ nen Phalanx in Schlachtreihe aufgestellt hat. Und ich will Euch noch einen besseren Weg sagen. Die hiesige, zweiwöchentliche Privatconferenz hat seit geraumer Zeit diese Axiome zum regelmäßigen Gegenstand ihrer Besprechun⸗ gen gemacht. Ich hatte gerade das Glück dazuzukommen, als die so wich⸗ tigen, leider in unsern Tagen so vielfach vergessenen Sätze über Schriftaus— legung durchgenommen wurden und ich kann Euch mit großer Herzensfreude bezeugen, daß, obwohl mir diese Sätze ja zum Theil nicht unbekannt waren, obwohl ich sie bereits mit großem Interesse, ja mit Entzücken gelesen hatte, ich dennoch staunen mußte über den Reichthum von theologischen Gedanken, über die Fülle von heilsamer Erkenntniß, die sich da ergab, wenn die Sätze in le⸗ bendigem Wechselverkehr durchgesprochen, ihr Inhalt weiter dargethan und etwa mit Exempeln und Beispielen belegt, ihr Zusammenhang und ihre Aus⸗ einanderfolge nachgewiesen, ihre hohe Wichtigkeit und Bedeutung für die Lehrstreitigkeiten und s. g. brennenden Zeitfragen erörtert worden ist. Rasch flogen da die so zweckmäßig verwendeten Stunden des Verkehrs dahin und ungern, aber mit Schätzen geförderter Erkenntniß, mit goldnen Körnern der alten, ewig gleichen Wahrheit in neuem Glanz bereichert, trennten sich die Brüder, um an dem nächsten Conferenztag wieder von allen Seiten, zum Theil aus ziemlicher Entfernung, herbeizueilen und mit gesteigertem Ver— langen aus diesen reinen, reichen Brünnlein zu schöpfen. Nun bestehen ja Gott Lob noch manche andere solche Privatconferenzen in unserer Synode, und mehrere noch könnten ins Leben gerufen werden, da doch meist wenigstens einige Amtsbrüder zugleich Amtsnachbarn sind und einander je zuweilen er⸗ reichen können. Aber mitunter fehlt es an dem geeigneten Stoff zu einem recht lebendigen segensreichen Verkehr, die Stunden schleichen langsam dahin, die Brüder eilen auseinander und zögern, wieder zusammenzukommen, denn der Eifer erlahmt, weil die rechte Befriedigung fehlt. Nun seht, hier habt ihr Stoffs die Fülle, und zwar reinen, lauteren, bewährten Stoff der heil⸗ samen Lehre, die den Lutheranern ja alles ist, um welche sich bei ihnen alles dreht, aus welcher alles andere herfleußt und durch die es bedingt ist. So versucht es doch einmal. Kommt zusammen, nachdem ihr zuvor einen Abschnitt der Axiome jeder für sich durchgenommen und einer etwa zumal sich