# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1861_S376 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 376 Die Axiome. sten, wo du kannst. Für denselben faulen Schelmen, der nicht fort will und die Fäuste nicht arbeiten wollen, die Füße nicht gehen, wo sie sollen, die Augen nicht züchtig sehen, da magst du steinerne Tafeln nehmen, und auf den Esel damit schlagen, daß er fort müsse. Darum, wo du mich angreifest, da es recht ist, soll man zu Mose sprechen, so will ich dich gerne hören und fol⸗ gen, nehmlich die Faust und mein Leben außer dem Glauben und Ge⸗ rechtigkeit meines Gewissens vor Gott; da magst du regieren wie ein Zucht⸗ meister unter dem Gesinde im Hause, und mich heißen gehorsam, züchtig, geduldig sein, dem Nächsten wohl zu thun, den Armen helfen, Gott loben und preisen, dazu mich lassen schänden und lästern um seines Worts willen, und leiden, daß mir die Welt alle Plage anleget; deß bin ich alles wohl zufrieden und will wohl mehr thun, denn ich nach dem äußerlichen Menschen thun kann. Denn der Geist ist willig, spricht Christus, und mehr denn willig, ob⸗ wohl das Fleisch schwach ist.. Aber wenn du willst weiter greifen, da du nicht sollst hinkommen, in mein Herz und Glauben, da will ich dich weder hören und sehen: denn da habe ich einen andern großen, unaus⸗ sprechlichen Schatz, welcher heißet Christus mit seiner Taufe und Evangelio. Summa, was den äußerlichen Menschen betrifft, da kannst du nicht zu viel auflegen und treiben, aber dem Gewissen sollst du nichts überall auflegen; denn wo der Geist ist, der uns Christum bringet, der ist über alle Gesetze, wie St. Paulus saget 1 Tim. 1, 9.: Dem Gerechten ist kein Gesetz gegeben, und thut doch gleichwohl mehr, denn er nach dem Fleisch erfüllen könnte. Denn nach demselben sind wir nichts denn Sünder und unserer Person halben müßten wir wohl unter dem Gesetz ver⸗ dammt bleiben, aber um Christi und der Taufe willen schweben wir hoch über alle Gesetze. Also soll Moses außer Christo sein Werk üben, daß er treibe die, so nicht Christen sind oder je den alten Menschen. Denn die Christen macht er damit nicht fromm noch gerecht; aber das thut er wohl, daß er ihnen zeiget, was ihr Amt ist, daß sie nach dem Geist gerne thun, ohne daß das Fleisch nicht so hernach will, noch dem Geist folgen kann, daß sie desselben haben auch noch Vermahnens und Anhaltens bedürfen; aber gleichwohl das Gewissen frei bleibt, daß das Gesetz kein Recht hat, sie vor Gott zu verklagen und zu verdammen. Daher muß man in der Christenheit solche Lehre und Vermahnen auch gehen lassen, wie auch die Apostel gethan haben, daß man einen jeglichen ermahne und erinnere, was er in seinem Stande thun soll.“ (Luther's Werke, Erl. Ausg. XIII, 39—41. Walch's Ausg. XI, 1692—1694.) (Eingesandt von Prof. Crämer.) Die Axiome. Gewiß werden es die l. Leser der „Lehre und Wehre“ jener Pastoralconferenz von Herzen Dank wissen, die den Redacteur derselben veranlaßt hat, seine treffliche Sammlung von theologischen Axiomen in dieser Zeitschrift