# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1861_S372 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 372 Referat vom Gesetz. und Unglück, daß wir der Widersacher Lehre gegen unsere halten und sagen, der Pabst sei der Antichrist, und stra⸗ fen zugleich die Lehre und schändliches Leben derer, die dem Pabstthum anhängig sind. So saget auch Christus Joh. 7, 7.: Mich hasset die Welt, denn ich zeuge von ihr, daß ihre Werke böse sind.. Darum sind das gar schädliche Lehrer, die jetziger Zeit, ich weiß nicht aus was Ursachen, vorgeben und streiten, man soll das Gesetz in der Kirche nicht predigen. Als wolltest du eben das Gesetz da nicht lehren, da ein rechtes Volk des Gesetzes ist, nehmlich geizige, hoffärtige Leute, Ehebrecher, Wucherer, Abgöttische ꝛc. Wolltest du rohen und sichern Leuten ihre Sicher— heit noch stärken und mehren mit den Verheißungen des Neuen Testaments? Will doch Gott, daß noch heutiges Tages die Wahlstätte, da Sodom und Gomorra mit Feuer vom Himmel sind verzehret worden, zum Gedächtniß und Merkmal seines Zorns da stehen müssen und man davon zu allen Zeiten predigen und sagen soll, daß sich doch nur etliche bekehren und Gott fürchten lernen .. Zu dieser Zeit findest du ihrer viele, die sich an der Predigt des Gesetzes, so doch nöthig ist, ärgern und sie fliehen; denn sie sagen, ihre Gewissen werden beschweret, wenn sie solche Gesetzpre⸗ digt hören. Sind mir das aber nicht feine Christen? Mit Sündigen hören sie nicht auf, liegen in Haß, Zorn und Neid, in Unzucht, Geizen, Fressen und Saufen ꝛc.; wenn sie nun hören, daß solche Sünden gestrafet werden, ärgern sie sich, und wollen nicht, daß man ihre Gewissen beschweren soll! Sollen wir denn einen jeden thun lassen, was ihn gelüstet, und ihm noch sagen, er sei selig? Beileibe nicht! Denn hier hörest du, daß man Sodoms und Gomorrä Strafe allen Nachkommen und zwar der Kirche Gottes selbst vorhalten soll, daß die Leute Gott lernen fürchten. In der Antinomer Lehre stund also: So einer wäre ein Ehebrecher, sollte er nur gläuben, so würde er einen gnädigen Gott haben. Was wollte aber solches für eine Kirche sein, darinnen solche schreckliche Worte fielen und gepredigt würden! Darum sollte man einen Unterscheid gemachet und also gelehret haben, daß die Ehebrecher oder Sünder zweierlei wären: Die ersten, so ihren Ehebruch oder Sünde erkennen und von ganzem Herzen dafür erschre⸗ cken, und anheben ängstliche Reu und Leid darüber zu haben, und ihnen das nicht allein lassen leid sein, daß sie gesündigt haben, sondern auch von Herzen begehren und sich befleißigen, daß sie solche Sünde hernach nicht mögen mehr thun. Solche Leute, die in ihrer Sünde nicht sicher, sondern erschrocken sind und sich für Gottes Zorn entsetzen, so sie sich alsdenn halten an das Evangelium und auf die Gnade und Barmherzigkeit Gottes durch Christum trauen und sich verlassen, werden selig und haben Vergebung der Sünden durch den Glauben an Christum. Die andern Ehebrecher aber oder Sünder, ob sie schon ihre Sünden nicht entschuldigen können, empfinden sie doch darüber keinen Schmerz und Traurigkeit, sondern freuen sich vielmehr, daß ihnen gerathen ist, was sie begehret haben, trachten auf weitere Ursachen und Gelegenheit zu sündigen und hangen ihnen sicher nach. Dieselben