# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1861_S371 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Referat vom Gesetz. 371 Haben sie es denn nun nicht fein troffen, daß sie das Gesetz wegthun und lehrens doch, wenn sie des Zornes Offenbarung lehren? Kehren aber den Schuh um und lehren uns das Gesetz nach dem Evangelio und den Zorn nach der Gnade. Aber was schändlicher Irrthümer mit diesem Katzenstühl⸗ chen der Teufel meinet, deren sehe ich etliche wohl, kann sie aber diesmal nicht handeln; auch weil ich hoffe, es soll aufhören, ist's nicht noth.“ (Luther's Werke, Erl. Ausg. XXXII, 9. 10. Walch's Ausg. XX, 2024. 2025.) Ferner schreibt Luther in seiner „Auslegung über etliche Capitel des zweiten Buchs Mosis“ vom Jahre 1524—1526: „Das Evangelium ist nicht eine Predigt für grobe, rohe, wüste Sünder, die ohne einige Andacht leben, sondern ist ein Trost für die betrübten Seelen, Matth. 11, 28. Denn es ist eine zarte Speise, die will eine hungrige Seele haben. Daher die liebe Jungfrau Maria in ihrem Magnificat Luc. 1, 53. auch singet: Die Hun⸗ grigen hat er mit Gütern gefüllet. Sonst fället der tolle Pöbel hinein, und wollen alle Evangelische und christliche Brüder sein, richten darnach Rotten und alles Unglück an. Den Teufel auf ihren Kopf sind sie. Ein Christ ist nicht frech, wild und roh, sondern sein Gewissen ist blöde, klein⸗ müthig und verzagt, die Sünde beißet sie und fürchten sich vor Gottes Zorn und vor dem Teufel und Tode. Einem solchen niedergeschlagenen und zer⸗ triebenen Herzen schmecket der HErr Christus wohl. Item, die Erlösung von der Sünde, Tod, Teufel und Hölle schmecket denen auch wohl, die in dem Tode stecken, und fühlen solche Noth, und wollten gerne Ruhe haben: die be⸗ kommen sie, wenn das Herz den Glauben hat; aber sie fühlen auch darneben, wie gebrechlich der alte Adam sei.“ (Luther's Werke, XXXV, 221. 222. Walch's Ausg. III, 1285. 1286.) Ferner schreibt Luther in seiner großen „Auslegung des ersten Buchs Mose“ vom Jahre 1536—1545: „Fromme und gottesfürchtige Leute, die ihr Creuz drücket und mancherlei Jammer und Elend erfahren müssen, bedürfen Trost und Verheißung, daran sie sich aufrichten. Wiederum aber, die ver⸗ stockt, halsstarrig und sicher sind, soll man schrecken mit Exempeln des Zorns Gottes darum, auf daß sie, wie hier gesagt wird, Gott fürchten lernen. Nun sind aber unsere Herzen dahin geneigt, daß sie sich nicht gerne züchtigen lassen. Die Verheißungen nehmen wir alle mit Freuden an, und befinden dar⸗ aus keinen Unwillen. Die Gesetzpredigt aber schrecket die Leute und machet sie gleichsam grimmig und wüthend. Denn darum sind die Pro⸗ pheten erwürget worden, daß sie nicht predigten von dem Segen, der Abraham verheißen war, sondern straften gott⸗ lose Sitten und Abgötterei, hielten und vermahneten das Volk zur Zucht und der Furcht Gottes. Wie uns denn die Welt auch darum nicht feind ist, daß wir lehren das Evan⸗ gelium und tragen dem Volk die Wohlthat des HErrn Christi lauter und rein vor. Denn solches nimmt jeder⸗ mann gern an und lobet es; es sei denn, daß er öffentlich gottlos wäre. Sondern daher erhebet sich aller Unwille