# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1861_S346 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 346 Die romanisirende Richtuug des Volksblattes für Stadt und Land. zens — aber nicht das actuell im Organismus regierende Moment, sondern da regiert nothwendig mehr oder weniger die Majorität, d. h. diese verstümmelte Form des Staats, die Republik, von der es ohne besonderes Wunder zufällig ist, wie weit Christus in ihr waltet. Die protestantische Kirche kann nur durch Wunder regiert werden (sic!).“ — — Ja in bedauerlicher Unkenntnis der beiderseitigen Doctrin kann er in einem späteren Aufsatz sich sogar über die Lehre von der Rechtfertigung also äußern: „Es würde eine unwahre und ungerechte Behauptung sein, daß nicht beide — die katholische und evangelische Kirche — darin übereinstimm⸗ ten, daß wir von der Sünde erlöst und vor Gott gerecht werden können allein durch seine Gnade in Christo, der uns mit seinem heil. Blut erkauft hat. Eine Abweichung beider tritt erst da ein, wo es sich fragt, wie jener Gnade, ohne deren freies Geschenk (darin stimmten beide überein) wir gänzlich verloren wären, wie jener Gnade gegenüber der Mensch sich verhalte. Und wenn da katholischerseits die Werke in Betracht kommen, so ist das wohl zu beachten, daß da der Theorie nach — wie die katholischen Bekenntnißschriften aufs Nachdrücklichste hervorheben — nicht etwa von irgend welchen Werken, die der Mensch aus eigner Macht vermöge (von Werken des Gesetzes), sondern einzig und allein von Werken die Rede sei, welche nicht er, sondern die frei ge⸗ schenkte Gnade aus ihm wirkt. Daß nun durch jede in der Kraft Christi voll⸗ brachte That, z. B. der Selbstüberwindung ꝛc. die Seele um etwas in Vollen⸗ dung zunehme, können wir unbedenklich zugeben. Die katholische Meinung ist aber, daß diese zunehmende Vollendung, welche aus dem wahren Glauben nothwendig folgt, eine Bedingung zur Seligkeit sei (indem wir erst dadurch Gott immer näher kommen); während es protestantische Lehre ist, daß der wahre Glaube allein und völlig die Seligkeit bedinge, daß aber allerdings nothwendig aus ihm — zur Beglaubigung, daß er der wahre ist, zum Dank gegen Gott und als seine Frucht — jene fortschreitende Vollendung und Heiligung in guten Werken hervorgehen müsse. — Danach scheint mir in der That der Gegensatz in so fern nicht so fundamental (sic!) zu sein, als die Praxis, die man richtiger Weise aus der einen, wie aus der andern Lehre ziehen muß, als das ganze Verhalten, Empfinden und Streben der Seele bei der einen dasselbe, wie bei der andern sein muß. Ich sage: richtig angewandt; also auf die Anwendung wird es ankommen (nur?).“ — Und zuvor schon einmal: „nicht der Kern des Glaubens scheidet uns von Rom, denn das ist der gleiche Sohn Gottes, sondern die Methode (die Art der Aneignung). Wir tadeln Vieles an der Methode der Römischen — aber sind denn unsere Methoden so eng, daß sie gar keine Vergleichungen ertragen, ohne zu brechen?“ — Ferner aus dem J. 1858 über den Mariencultus: „Wie in der Predigt die Person der Jungfrau Maria im Kranz der Heiligen Gottes wieder mehr zu Ehren gebracht werden sollte, so mußte die⸗ selbe meines Erachtens auch in unseren Gottesdiensten überhaupt eine her⸗ vorragendere Stellung einnehmen.“ — Aus dem J. 1859 noch einmal über die Lehre von der Rechtfertigung: „Und scheint es die Gerechtigkeit zu erfor⸗