# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1861_S343 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die romanisirende Richtung der Volksblattes für Stadt und Land. 343 12.: Was ihr wollet, daß euch die Leute thun sollen, das thut ihr auch; solches ist das Gesetz und alle Propheten; ja, auch alle natürliche Rechte sagen solches. Nun ist ja gewiß, daß ich gern wollte, man gäbe mir, man liehe mir, man hülfe mir in der Noth. Wiederum ist's gewiß, daß mir niemand geben, leihen, helfen soll, wo ichs nicht bedarf, faul bin, ein Schalk bin, prassen will, nicht arbeiten, nichts thun noch leiden will, so ichs doch wohl könnte thun, gesund bin, stark bin, und fehlete mir nichts, denn daß die Leute zu fromm sind, und geben mir genug, da sie mich billiger sollten zur Staupen schlagen und zum Lande ausjagen, oder an Galgen henken.“ (S. Luther's Werke. Walch's Ausg. X, 1056—1067. Erlanger Ausg. XXIII, 310—320.) (Fortsetzung folgt.) (Eingesandt von Prof. Crämer.) Die romanisirende Richtung des „Volksblattes für Stadt und Land.“ Eine nöthige Beleuchtung von Dr. G. Reich. Unter diesem Titel finden wir im 3. Heft des I. Jahrgangs der Klie⸗ fothischen „Theol. Zeitschrift“ einen Aufsatz, dem wir unter anderen fol⸗ gende, in der That haarsträubende Sätze entnehmen, die der geehrte Ver⸗ fasser aus den Jahrgängen 1852—61 des „Volksblattes“ als Belege für die Richtigkeit seiner im obigen Titel gegen dieses Blatt ausgesprochenen Anklage wörtlich hat abdrucken lassen. So sagt der Herausgeber, Ph. Natthusius, im Neujahrswort von 1852: „Die katholische Kirche ist mehr als unser Freund, sie ist unser von uns getrenntes Fleisch und Blut, die Hälfte unseres eigenen Selbst, und daher ist ihre Schmach unsere Schmach und ihr Aufschwung unser Auf⸗ schwung, denn so ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und so ein Glied wird herrlich gehalten, so freuen sich alle Glieder mit.“ — Ferner in einem andern Aufsatz dess. Jahrg.: „Der Verf. liebt nicht etwa nur die einzelnen Mitglieder aller dieser Kirchen als Brüder; nein, er liebt auch diese Kirchengemeinschaften selbst als ebenso viele Gliedmaßen vom Leibe des Herrn, er liebt also auch die römisch⸗kathol. Kirche als eine Bekenne⸗ rin Jesu Christi;“ — während er doch bald hernach selbst gesteht: „Von ihren (der kathol. Kirche) Lehren ist er nicht gründlich genug unter⸗ richtet, um dagegen mit Erfolg polemisieren zu können.“ Und in einer späteren Nummer: „Könnte der Protestantismus mit einem Schlage die kathol. Kirche auflösen, es hieße—stark gesagt—nichts Anderes als: den Ast absägen, auf dem wir sitzen; denn wir sind bis auf den heutigen Tag (und zwar mit gutem Fug und Recht) „Protestanten“ — schon in dem dem Namen liegt es, daß wir nicht zu denken sind ohne die engste Bezie⸗