# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1861_S331 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Referat vom Gesetz. 331 Geistliche Werk dieses Gebots, welches begreift die ganze Natur des Menschen. Diesen Sabbath hat uns Christus im Grabe fürgebildet; da hielt er den Sabbath recht; da liegt er in der Ruhe und Feier, enthält sich von allen Werken. Er siehet nicht, er höret nicht, er schläft nicht, er wachet nicht, er isset nicht, er trinket nicht, er bauet nicht, reget weder Zungen noch Adern, weder Hand noch Fuß, er stehet nicht, so gehet er nicht. Welcher nun den rechten geistlichen Sabbath will halten, muß mit Christo ganz todt sein. Es wird ihn auch niemand recht halten, er sei denn recht todt. Wir fahen aber den rechten Sabbath hie an zu halten, wenn unser alter Adam aufhöret von allen seinen Werken, Vernunft, Willen, Begierden, Lust, welches alles todt und auf soll hören im rechten Sabbath. Und alles, das in uns ist, soll göttlich sein, wie Paulus spricht zun Galatern am andern: Ich bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, auf daß ich Gott lebe. Ich bin mit Christo gekreuziget ꝛc. (Dieser Sabbath wird aber endlich erst recht gehalten, wenn wir gestorben sind.) Darum sind dies die rechten Werke des rechten Sabbaths, die aus dem Glauben, im Gehorsam und Befehl Gottes hergehen; da wirkt denn Gott den rechten Sabbath. Darum hat auch Gott so streng und hart gehalten über dem Sabbath im A. T., dadurch dieser geistliche Sabbath bedeutet ist worden. Denn es ist Alles in einer Figur geschehen, Col. 2. Der alte Jüden⸗Sabbath ist nur ein Schatten gewesen gegen dem rechten Sabbath der Christen; darum ließ Gott auch steinigen den, der am Sabbath Holz auflas, wie am 4. B. Mos. stehet am 15. Cap. „Das ist aber geschehen um unsertwillen, daß wir ja mit Fleiß auf unsere Feier sehen, und nichts fürnehmen oder aufrichteten ohne Gottes Wort oder wider Gottes (Wort), sondern was wir thun, daß wirs aus Gottes Befehl thun. Dieser Zusatz (des 4. Gebotes), daß er spricht: Auf daß du lange lebest im Lande, das dir der HErr, dein Gott, geben wird, gibt auch Anzeigung, daß die zehen Gebote allein den Jüden gegeben sind, und nicht den Heiden. Denn er redet hie zu denen, welchen das Land Canaan ward verheißen.“ (S. Luthers Werke, Erlanger Ausg. Bd. XXXVI, S. 32—101. Hall. A. III, 1546. f.) Ferner schreibt Luther in seiner Schrift: „Wider die himmlischen Propheten von den Bildern und Sacrament,“ Ende des Jahres 1524 und Anfang des J. 1525: „Wohlan, wir wollen an den rechten Grund, und sagen, daß uns diese Sündelehrer und Mosischen Propheten sollen unverworren lassen mit Mose, wir wollen Mosen weder sehen noch hören. Wie gefällt euch das, lieben Rottengeister? Und sagen weiter, daß alle solche Mosische Lehrer das Evangelion verleugnen, Christum vertreiben, und das ganze N. T. aufheben. Ich rede itzt als ein Christ und für die Christen. Denn Mose ist allein dem jüdischen Volk gegeben und geht uns Heiden und Christen nichts an. Wir haben unser Evangelion und Neue Testament: werden sie aus demselben beweisen, daß Bilder abzuthun sind, wollen wir ihnen gerne folgen. Wollen sie aber durch Mosen aus uns Jüden machen, so wollen wirs nicht leiden. Wie dünkt euch? Was will hie werden? Das will werden, das man sehe, wie diese Rottengeister nichts in der Schrift ver⸗