# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1861_S329 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Referat vom Gesetz. 329 nicht leibliche, sondern geistliche und ewige Verheißung: Wer da glaubt, hat das ewige Leben. Im Mose aber klingt es anders. Die Zusagung will er ihnen gehalten haben, wenn sie auch fromm sind äußerlich, und ist das die Meinung: Wenn die Juden sich vor den Bildern hüten, und leben in der Furcht Gottes, so will er sie annehmen und sie an Leib und Seel versorgen. Leiblich sollen sie genug haben, und wenn sie ihn erkennen als einen rechten Gott von Herzen, soll auch die Seele selig werden. Das N. T. kehrt's um, und fähet's am Geistlichen und Innerlichen an, hält vorhin (erst) den Glauben für und spricht: Wenn ihr gläubet und fromm seid, so sollet ihr genug haben, Matth. 6.: Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird der Bauch wohl versorget. Das haben auch beide Testamente; aber das Alte fähet am Leiblichen an, und ist doch das Geistliche darunter verborgen, nehmlich, daß man im Glauben müsse genug haben. Es ist einerlei Ding im Alten und Neuen Testament; es ist aber eine andere Ordnung. Also ist diese Zusagung nicht zum Heiden, sondern zum Jüden gesagt worden. Also auch, daß er zürnet in das dritte oder vierte Glied, hört auch in das Gesetz, zeiget einen leiblichen Zorn und Straf an, nicht eine ewige. Im N. T. aber ist's anders: Das Kind wird nicht für den Vater gestraft. Es gehet aber also zu: Ein jeglicher gläubet für sich selber, der Vater für sich, der Sohn für sich, die Mutter und Tochter für sich; wie auch in Ezechiele geschrieben stehet: Ich will das aufheben, daß der Sohn nicht soll leiden für den Vater und der Vater nicht für den Sohn. Weil er aber den Jüden leibliche Zusagung verheißete, Drauung drauete, begnadete oder strafte er sie auch leiblich. Paulus und das ganze N. T. haben den Sabbath der Jüden aufgehoben, auf daß man ja greifen kann, daß der Sabbath die Jüden allein angeht. Darum ists nicht vonnöthen, daß die Heiden den Sabbath halten, wiewohl es ein groß und streng Gebot war bei den Jüden. Die Propheten habens auch angezogen, wie dieser Sabbath sollt aufgehoben werden. Jesaias am letzten Cap. spricht: Wenn der Messias kommen wird, so wird eine solche Zeit sein, daß ein Neumond am andern, ein Sabbath am andern sein wird; als wollte er sprechen: Es wird alle Tage Sabbath und alle Tage Neumond sein. Also, im N. T. liegt der Sabbath darnieder, nach der groben, äußerlichen Weise. Denn dies Gebot hat auch zween Verstand, wie die andern Gebote, einen äußerlichen und einen innerlichen oder geistlichen. Es ist im N. T. bei den Christen alle Tag Heiligtag und sind alle Tage frei. Darum spricht Christus: Des Menschen Sohn ist ein Herr auch über den Sabbath, Matth. 12. Darum Paulus hin und wieder ermahnt die Christen, daß sie sich an keinen Tag lassen binden: Ihr haltet Tag und Monden und Feste und Jahreszeit. Ich fürchte euer, daß ich nicht vielleicht umsonst hab' an euch gearbeitet. Item, zum Colossern noch klärlicher: So lasset nun euch Niemand Gewissen machen über Speise oder Trank, oder über eines Theils Tagen, nehmlich den Feiertagen, oder Neumonden, oder Sabbather, welches ist der Schatten von dem, das zukünftig war ꝛc. Wiewohl nun der Sabbath aufgehoben ist, und die