# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1861_S328 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 328 Referat vom Gesetz. selbs mündlich für, daß sie sehen, wie es im Herzen geschrieben stehet. Wenn aber das natürliche Gesetz nicht von Gott in das Herz geschrieben und geben wäre, so müßte man lang predigen, ehe die Gewissen getroffen würden. Man müßte einem Esel, Pferd, Ochsen oder Rind hunderttausend Jahr predigen, ehe sie das Gesetz annähmen, wiewohl sie Ohren, Augen und Herz haben, wie ein Mensch; sie können's auch hören, es fällt aber nicht in's Herz. Warum? Was ist der Fehl? Die Seel ist nicht darnach gebildet und geschaffen, daß solchs darein falle. Aber ein Mensch, so ihm das Gesetz wird fürgehalten, spricht er bald: Ja, es ist also, kann es nicht leugnen. Das könnte man ihn so bald nicht überreden, es wäre denn zuvor in seinem Herzen geschrieben. Weil es nun zuvor in seinem Herzen ist, wiewohl dunkel und ganz verblichen, so wird es mit dem Wort wieder erwecket, daß ja das Herz bekennen muß, es sei also, wie die Gebote lauten, daß man einen Gott ehre, liebe, ihm diene, weil er allein gut ist und Gutes thut, und nicht allein den Frommen, sondern auch den Bösen; wiewohl der Teufel stark wehret, daß der Mensch weder fühle, erkenne, noch vollbringe; ja, der Mensch vermag auch der keins zu thun ohne das Werk und Licht des hl. Geistes. Also ist das nun eine helle, klare Anzeigung, daß diese Worte, damit Gott hie drauet und verheißet, allein die Jüden betreffen. Denn er drauet hie mit einer leiblichen Strafe, daß er den Vater also strafen wolle, wo er wider sein Gebot handele, daß es auch das Kind muß entgelten, bis in das dritte oder vierte Glied. Aber an der Seel strafet er nicht also, sondern allein leiblich und äußerlich, als, wenn er einen straft an Haus, Hof, Aecker und Wiesen, Geld und Gut; wie er dem frommen Hiob thät, den er auch am Leib angriff, wiewohl anders, denn wenn er die Bösen straft, davon er hie redet. Item, wenn er Wohlthat beweiset in tausend Glied, das ist auch leiblich, und ist so viel: Ich will auch Gutes thun an Kindern und Kinds⸗Kindern, nicht allein bis in das vierte, sondern in viel Geschlecht und Glieder, daß das Haus in gutem Wesen bleibe und das Geschlecht durch und durch währen soll; wie Davids Geschlecht durch viele Geschlecht bis auf Joseph und Mariam, ja bis auf Christum währet. Wiederum, der Gottlosen Geschlecht sollen ausgerottet werden, wie Jerobeam's und Ahab's Geschlechten geschah. Im Neuen Testament aber ist diese Strafe aufgehoben. Denn wir sehen, wie Gott zufährt, und läßt die ärgesten, verzweifeltsten Buben reich werden, in allem Muthwillen leben und das beste Glück haben, also, daß sich auch die Frommen daran ärgern und stoßen. Wiederum, die Gerechten läßt er schinden und schaben, wohl quälen und martern, schickt ihnen alles Unglück auf den Hals, also, daß sie dünket, es gehe alles wider den Strom; wie David gar hübsch im 78. Psalmen anzeigt. Im Neuen Testament aber haben wir andere Drauung, nehmlich, da wird uns der ewige Tod gedrauet, der Zorn Gottes mit dem jüngsten Tage, die Hölle und das ewige Verdammniß, Marc. 16.: Wer nicht glaubt, wird verdammt werden. Johannis 3.: Wer an Christum nicht glaubt, der ist schon verdammt. Item, wiederum haben wir auch im Neuen Testament