# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1861_S327 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Referat vom Gesetz. 327 gehen alle Wort in diesem ersten Gebot. Darum werden hie die Bilder verboten, die man braucht wider die Meinung und Verstand dieses Gebotes, nehmlich, daß man nicht Zuversicht habe zun Bildern, sondern allein zu Gott sich alles Gutes versehe, und meide alles das, was uns an dieser Zuversicht hindert. So werden nun durch diesen Text: Du sollt keine anderen Götter neben mir haben, allein die göttischen Bilde verboten; dazu den Jüden und nicht uns. Denn dieses wird allein den Jüden gesagt. Die Wort sind wohl zu merken. Er spricht nicht: Du sollt kein ander Bild haben für dir; sondern spricht: Du sollt keine anderen Götter haben neben mir oder für mir. Was heißt Götter haben? Hölzerne, steinerne und silberne Bilder, die da Götter sind; wie folget. Denn die Menschen werden dadurch verursacht, daß sie Abgöttische werden; und wenn sie gleich Holz, Stein, Silber und Gold nicht anbeten, so habens doch das Vertrauen, daß Gott wohlgefalle, ihm zu Ehren Bilde aufrichten; welches denn wider die Meinung des ersten Gebots ist: Ich bin der HErr, dein Gott, du sollt nicht ꝛc. Drum habe Acht auf die Meinung dieses Gebotes. Ich will, spricht er, dein Gott sein, will dich selig machen. Ich will dir helfen, und das aus lauter Gnaden; darfst mirs nicht abdienen, keinen Gottesdienst aufrichten aus eigenem Dünkel. Die Bilderstürmer aber fahren zu, reißen die Bilder äußerlich ab. Das wollt ich nicht so fast anfechten. Aber sie setzen hinzu, es müsse sein, und es gefalle Gott wohl. Damit machen sie nichts Andres, denn daß sie die Bilder aus den Augen ziehen, und setzen sie den Leuten ins Herz, verkehren die Meinung dieses Gebotes. Damit verleugnen sie Gottes, und rühmen sich noch, sie reißen die Bilde um nach Gottes Befehl und Wort. Den Teufel auf ihren Kopf! Wenn sie eins abreißen, so richten sie wohl zwanzig in den Herzen wieder auf; und von demselben falschen Vertrauen, daß der Pöbel meint, er thue Gott einen Gefallen mit dem Umreißen der Bilder, sagen sie kein Wort. So ist nun der rechte Verstand, daß Heiden und Jüden den HErrn für einen Gott haben, der Alles umsonst gebe ꝛc., es sage es Moses oder wer da will. Ueber das hat Gott dem jüdischen Volk geboten durch Mosen, daß sie nicht Bilder haben sollten, damit sie einen Gottesdienst anrichten wollen. Die anderen Bilder sind auch den Jüden nicht verboten. Zum andern ist hie zu merken, daß uns Heiden und Christen auch nicht angehet (denn man muß den Rottengeistern allenthalben den Weg verlegen) solche Drauung und Verheißung: „Ich, der HErr, dein Gott, bin ein starker ꝛc.); „denn wir haben andere Drauung und Verheißung oder Zusagung. Diese aber gehen allein, wie andere Stück, oben erzählet, die Jüden an, nicht uns. Denn Moses ist ein Lehrer des jüdischen Volks; darum sind auch seine Wort alle dahin gericht, daß sie allein die Jüden betreffen. Wiewohl die Gebote Gottes allen Menschen in die Herzen geschrieben sind, so werden doch die Herzen durch den Teufel so sehr verfinstert, daß man sie nicht sehen noch erkennen kann. Gott aber erinnert nun die Jüden der Gebot, die in ihre Herzen eingedrückt sind, gibt ihnen über das natürliche Licht auch ein geschrieben Gesetz, ja, trägt ihnen das