# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1861_S326 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 326 Referat vom Gesetz. Denn weil die Kinder unverständig und schwach sind, möchten sie Schaden nehmen, wo man ihnen nicht wehret. Also hat auch Gott das grobe jüdische Volk geführt mit solchen Geboten, wehret ihnen die äußerlichen Bilder, daß sie ihrer nicht mißbrauchten, nicht in Abgötterei fielen. Welche aber verständig sind und voll des heil. Geistes, dürfen solcher Gebot nicht. Wenn man mir verbieten wollte, ich sollte kein Messer in die Hand nehmen, Brod damit zu schneiden, daß ich mir nicht Schaden thäte; oder sollte über kein Wasser gehen, denn gestern wäre ein Kind im Wasser ersoffen; oder auf keine Bank steigen, daß ich nicht herabfiele: so wärs ein närrisch, lächerlich Gebot, möchte sprechen: Du Narr, siehest du mich für ein Kind an? Soll ich mich erst wiegen lassen? Also thun unsere Schwärmergeister auch, geben solch närrisch Kinderspiel für, und wollen noch große Lehrer gehalten sein; aber sie mögen noch wohl eine Weil zur Schul gehen. Moses ist ein Zuchtmeister der Jüden gewesen, wie Paulus spricht, welches ein grobes, fleischliches Volk war, dem mußt man ein äußerlich Gebot geben von Bildern, das sie sich nicht daran ärgerten. Und es könnte noch heutes Tages geschehen, daß man solche Gebot dem groben Volk gäbe; aber wir Christen, die wir Gottes Wort haben, dürfen solchs Gaukelwerks nicht, wir gehören nicht in Mose Schul, wir haben einen bessern Meister. Darum den Jüden, als einem groben, tölpischen Volk, waren die Bilder allein verboten, davon sie Gott wollten eine Ehre thun. Doch, die Jüden sind dennoch gleichwohl so närrisch nicht, daß sie die guten Gülden und dicken Groschen, der sie viel haben, wegwürfen, obgleich Marien oder St. Johannes Bilde darauf geschlagen ist, so sie doch, wenn ihnen alle Bilder wären verboten, müßten auch diese meiden. Aber es ist lauter Narrentheiding. Christus ist wohl so klug und gelahrt, als die Schwärmergeister; dennoch fürchtet er sich nicht, daß er Sünde dran thät, da er den Zinsgroschen angriff, darauf des Kaisers, der ein Heide war, Bilde stunde; da er auch fragte, weß das Bilde und die Ueberschrift wäre, sprach er nicht zu den Jüden: Pfu, daß euch dies oder jenes angehe! Warum weiset ihr mir ein solch Bild, das euch Gott verboten hat? Ihr sollt es bei Leib nicht angreifen. Drum greift mans an der Wand daß nicht alle Bilder verboten sind. Wollten wir aber den Schwärmern folgen, so müßte man kein Geld münzen, in kein Wasser sehen, in keinen Spiegel sehen, und alles, was nur ein Bild hat, hinweg legen, ja, man müßte den Leuten die Augen ausstechen, wenn man gar kein Bild sollt haben; denn man siehet Bilder auf dem Geld, im Wasser, im Spiegel. Sind nun das nicht feine Prediger? Drum siehest du klar, daß Gott nicht allerlei Bilder meinet. So antworte nun den Schwärmern: Lieber, was hält das erste Gebot in sich? Was ist seine Meinung? Es lernet ja nicht von äußerlichen Dingen, von Acker pflügen, von Schuh machen; sondern wie man Gott soll ehren und ihm dienen, innerlich und äußerlich. Willt du nun wohl lehren, und die Biblien recht auslegen, so mußt du die rechte Meinung treffen. Nu, das erste Gebot lehret, daß ich einen Gott soll haben, demselben allein dienen und ihn ehren. Auf den Sinn und Verstand