# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1861_S324 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 324 Referat vom Gesetz. und Befehl an, und deute sie nicht auf dich, so lang bis du gewiß seist, daß es zu dir gesagt sei; so thue es denn, frage nicht, was den Andern fürgehalten und geboten sei. Ja, sprichst du mit den Rottengeistern, Gott hat es mit Mose geredet, darum muß ichs auch thun. Lieber, sprich: Es liegt nicht Macht daran, das Wort streckt sich nicht weiter, denn auf den, dem es befohlen ist. Gott heißt den Fisch im Wasser schwimmen, wie im ersten Buch Mose stehet; die Vögel in der Luft fliegen, das Gewürm auf der Erden kriechen, die Sonne scheinet: da ist auch Gottes Wort. Willt du darum ein Fisch werden, und im Wasser wohnen? in der Luft schweben, wie ein Vogel? Willt du darum zur Sonne, Mond und Sternen werden? Siehe darauf, wie es dir werde anstehen. Will man denn nicht sehen, daß Moses einem sonderlichen Volk gegeben ist? Darum zeuch ihn nicht auf die ganze Welt, sondern auf sein Volk. Im Neuen Testament hat er ein End, und gilt nichts mehr mit seinen Gesetzen, er muß sich für Christo verkriechen. Daß aber wir Heiden ein Gesetz haben, das lehret uns unser eigen Gewissen und Vernunft; wie auch St. Paulus zun Römern am ersten spricht, daß die Heiden auch eine Erkenntniß von Gott haben, denn Gott habe ihnen das offenbaret, daß sie Gottes unsichtbar Wesen, das ist, seine ewige Kraft und Gottheit sehen, so man das wahrnimmt bei den Werken, von der Schöpfung der Welt an; aber sie haben ihn nicht als einen Gott gepreiset ꝛc.: mit welchen Worten St. Paul anzeiget, daß alle Heiden Erkenntniß von Gott haben, nehmlich, daß er alle Ding geschaffen habe, alle Dinge gebe, Alles ernähre, erhalte; darum dringet sie ihr eigen Gewissen, daß sie Gott die Ehre geben sollen und ihm danken für alle Wohlthaten. Derhalben, wenn gleich Mose das Gesetz nie geschrieben hätte, so haben doch alle Menschen das Gesetz von Natur in ihren Herzen geschrieben. Gott aber hat den Jüden auch ein geschrieben Gesetz, das ist, die zehen Gebot gegeben, zum Ueberfluß; welche auch nichts Anderes sind, denn das Gesetz der Natur, das uns natürlich ins Herz geschrieben ist. Was nun Moses geschrieben hat in den zehen Geboten, das fühlen wir natürlich in unserm Gewissen. Röm. 2.: Denn so die Heiden, spricht der Apostel, die das Gesetz (das ist, Mose geschrieben Gesetz) nicht haben, und doch von Natur thun des Gesetzes Inhalt, dieselbigen, dieweil sie das Gesetz nicht haben, sind sie selber ihnen ein Gesetz, damit, daß sie beweisen, des Gesetzes Werk sei beschrieben in ihrem Herzen, sintemal ihr Gewissen sie bezeuget, dazu auch die Gedanken, die sich unter einander verklagen oder entschuldigen. Lieben Christen, ihr habt also gehört, wenn sie mit ihrem Mose hereinkommen, wollen eure Gewissen mit seinen Gesetzen binden, so sprechet zu ihnen: Lieber Herr, setzet die Brillen auf die Nasen, und sehet den Text recht an. Wir wissen wohl, daß man Gott gehorsam soll sein in dem, das er saget, und daß wir Gott sowohl angehören, als die Jüden. Man muß aber einen Unterschied machen unter dem Wort Gottes und Worte Gottes. Darauf soll ich Achtung haben, wenn Gott Etwas redet, ob dasselbe mich betreffe. Drum, lieber Gesell, willt du mich mit Gottes Wort zwingen, so sage mir einen Text, der mich angehet;