# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1861_S318 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 318 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. Die Ost⸗Ohio⸗Synode, versammelt den 15. — 21. Aug., hat u. a. folgende Resolution gefaßt: „Sintemal Br. Fry den Bericht von seiner unregelmäßigen Handlungsweise mit der Drohung eines Aufstandes in seiner Gemeinde begleitet, falls die Synode ihm einen Verweis ertheile, darum beschlossen, daß Br. Fry, mit Administrirung der Taufe durch Untertauchung die speciellen Anordnungen dieser Synode gröblich verletzt hat und daß dies sein Verfahren von Herzen verdammt und er suspendirt werde.“ Neues kirchliches Organ im Süden. Wie wir aus dem Luth. Observer ersehen, hat die Secession auch die Folge gehabt, daß im Süden ein neues kirchliches Organ gegründet worden ist. Es trägt den Namen „The Southern Lutheran,“ kommt in Charleston, S. C., heraus, wird von einer Committee, welche die Synode von Süd⸗Carolina und den benachbarten Staaten erwählt hat, unentgeltlich redigirt und ist, was das Aeußere betrifft, wie der Observer ausgestattet. Der Preis ist $2,00 in Vorausbezahlung. Subscribenten haben zu adressiren: Mr. Robert G. Chisolm, Charleston, S. C. Dr. Kurtz schreibt nach Einsicht in die erste Nummer vom 3. August: „Die theologische Stellung des Blattes ist gesund“ (in dem Munde eines Hrn. Dr. Kurtz ein schlechtes Lob) „und hat unsere völlige Billigung. Wir bedauern nur, daß das liberale americanische Lutherthum eine so solide Phalanx von Mithelfern durch deren Absonderung von der Kirche des Nordens verloren hat.“ Die leitenden editoriellen Artikel sind aus der Feder Dr. J. Bachmann's. Die namentlich in allen englischen religiösen Zeitschriften unvermeidlichen, auch im Southern Lutheran vorkommenden, die Politik betreffenden, Darlegungen verwirft Dr. Kurtz natürlich entschieden, indem Dr. Bachmann u. A. schreibt: „Diese Revolution (der secedirten Staaten) ist die Wiederherstellung der uns durch die von unseren Vorvätern entworfenen Constitution garantirten Rechte.“ Dr. Kurtz citirt noch Folgendes aus dem Southern Lutheran: „Was die Prediger unserer südlichen luth. Kirche betrifft, so habe ich von keinem einzigen in der südlichen Conföderation gehört, der nicht für das Recht, diesem Staate und dieser Conföderation treu anzuhangen, stritte — als dem Gouvernement seiner Wahl.“ Dr. Kurtz selbst schreibt: „Wir zweifeln nicht, nach dem Geiste des Südens sowohl als nach dem, was wir in dem Blatte bemerkt haben, zu urtheilen, daß dasselbe von der Kirche im Süden werde reichlich unterstützt und wahrscheinlich eine Quelle des Einkommens für dieselbe werden.“ Er begründet dies durch Anführung einer Menge enthusiastisch zustimmender Antworten lutherischer Prediger namentlich in Virginien und Süd⸗ und Nord⸗Carolina auf die geschehene Anfrage in Betreff eines herauszugebenden südlichen Blattes. Selbst eine luth. Generalsynode des Südens ist im Werke. II. Ausland. Oberhessen. Die (Unions⸗) Conferenz zu Friedberg hat eine Addresse an den Großherzog abgefaßt, in welcher sie bittet, daß das Kirchenregiment das in Oberhessen bereits thatsächlich bestehende unirte Wesen zu einer gesetzlichen erheben möge. M. Ernst Friedrich Höpfner, Professor zu Leipzig (eine Zeitlang Pastor zu Remse in Sachsen) starb den 20. Juli d. J. „Geistliches Regen und Ringen am Ostseestrande.“ Unter diesem Titel ist vor kurzem eine Schrift von Wangemann erschienen, aus welcher Dr. Münkel in seinem Neuen Zeitblatt vom Monat Juli einen interessanten Auszug gibt. Darin lesen wir u. A. Folgendes: „Noch merkwürdiger ist folgender amtlich beglaubigte Vorfall. Ein 14jähriges Mädchen, welches die Gänse hütete, kommt eines Abends nach Hause und hält den Bauern in hochdeutscher Mundart gewaltige Bußpredigten. Sie sah dabei wie eine Verklärte aus, und ihr Vater brachte sie als ein Wunder Gottes nach Seehof zum Herrn v. B., wo sie sogleich ihr Predigten mit Engelzungen fortsetzte. Herr v. B. ließ sich dadurch nicht außer Fassung bringen, dies sei eine ganz gleichgültige Sache, erklärte er, das Mädchen könne ihm nichts anderes sagen als was klar und deutlich in der heil' Schrift stehe. Darüber ergrimmte das Mädchen, wurde verzerrt, der Kopf wurde ihm wie umgedreht, der Schaum stand ihm vor dem Munde, alle Glieder des Leibes waren wie gebrochen und verrenkt, es ergoß sich in die fürchterlichsten Flüche und Gotteslästerungen und lief unter anderm an den steilen Wänden des Zimmers umher, ohne herabzustürzen. Erst