# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1861_S317 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 317 Wissenschaft geleistet hat, ist von ihm selbst längst schon in besonderen Abhandlungen veröffentlicht worden, alles Uebrige in diesem Opus post humum (Bleek starb 1859) aber gibt nur die bekannten Resultate der rationalistischen Kritik vom Alten Testament wieder, die ungleich scharfsinniger, genialer, gründlicher, geschmackvoller und vollständiger in De Wette's Lehrbuch der alttestamentlichen Einleitung entwickelt und zusammengestellt zu finden sind.“ Bei C. H. Reclam in Leipzig erscheint zur Michaelis⸗Messe: Die Aufsicht des Geistlichen über die Volksschule, nach den Grundsätzen des deutschen Schulrechts und den Forderungen der Pädagogik. Ein Beitrag zur Pastoralklugheit von K. Kirsch, Lic. der Th. und Oberpfarrer ꝛc. 2. Aufl. ca. 16 Bogen in gr. 8. Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. I. America. H. W. Beecher. Daß dieser bekannte congregationalistische Abolitionisten⸗Speechmaker in Brooklyn nicht zu den gläubigen Predigern zu rechnen sei, wußten freilich längst alle, welche die christliche Lehre einigermaßen kennen und Geister nur ein wenig zu unterscheiden vermögen. Nachdem aber vor kurzem dieser Phrasenheld in seinem Blatt The Independent eine Predigt veröffentlicht hat, in welcher er gegen die Lehre von der Rechtfertigung durch den Glauben und von der Versöhnung der Sündenwelt durch Christi stellvertretendes Leiden, Sterben und Blutvergießen in vulgär⸗rationalistischer Weise polemisirt: nun hat er seine christliche Larve selbst bei denen verloren, die man bisher noch immer für einen großen christlichen Redner gehalten haben. Subscribenten⸗Sammlung. Es ist wahrhaft ergötzlich zu sehen, welche immer neue Mittel die Americaner ausfindig zu machen wissen, die Subscriptionen auf ihre Publicationen zu steigern. Ein Beispiel hierzu gibt u. a. der „Fröhliche Botschafter“ in Dayton, O., ein Organ der „Vereinigten Brüder in Christo.“ Dieses Blatt bietet allen neuen Unterschreibern an, daß es denselben von der Zeit an, wann ihre Unterschriften eingesandt werden, bis 1. Jan. 1862 unentgeltlich geliefert werden solle. Das Blatt sagt selbst, diese Liberalität möge manchem ein Räthsel sein, allein ein anderes Blatt habe durch eine solche Kriegslist vor kurzem binnen Monatsfrist sich 5000 neue Unterschreiber gesichert. Der Luth. Observer bietet jedem neuen Unterschreiber ein Buch im Werth von einem halben Thaler als „Prämie“ an. Buffalo. Vor einiger Zeit erschienen ein paar Lügenartikel wider unsere Synode in dem unirten „Hausfreund“ und in dem „Luth. (!?) Herold.“ Beide Artikel waren nicht werth, von uns berücksichtigt zu werden. Daß hingegen Buffalo daraus Capital machen werde, erwarteten wir mit Gewißheit. Für das arme schwindsüchtige historische Zeitblatt und Informatorium sind solche Artikel, die ihnen wieder Stoff zu einer guten Wäsche geben, wahre Sterne in dunkler Nacht. Wie gedacht, so geschehen. Während übrigens das historische Zeitblatt dabei noch einen Rest von Gewissen zeigt, indem es wenigstens die Richtigkeit seiner Schlüsse mit dem Beifügen einschränkt: „Wenn es wahr ist;“ so nimmt das Informatorium hingegen „of course“ alles, was ein von uns ausgegangener, vor Hochmuth fast berstender Mensch wider uns geschrieben hat, für wohlbegründete Wahrheit an und baut dann darauf seine haarsträubenden Schlüsse. Nachdem das unglückselige Buffalo nun sowohl in America als in Deutschland, trotz aller Opfer, die es gebracht hat, sich Anhang und Gönner zu verschaffen, bankerott geworden ist, kann man ihm ein solches Tröstlein wohl gönnen.