# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1861_S293 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Bemerkungen über das Amt. 293 Die Belohnungen werden nicht um der Werke willen, sondern nach den Werken gegeben. 45. Non dicit Christus, merces vestra copiosa erit coelum, sed in coelo. (Gerh.) Christus sagt nicht, euer großer Lohn wird der Himmel sein, sondern im Himmel. 46. Dei sunt munera tam nostra opera, quam ejus praemia; et qui fecit se debitorem in illis, fecit et nos promeritores ex his. (Bernhard.) Gottes Geschenke sind sowohl unsere Werke, als seine Belohnungen; und derjenige, welcher sich durch jene zum Schuldner gemacht hat, hat uns auch durch diese zu Verdienenden gemacht. 47. Remunerat in nobis Deus, quod ipse praestitit, et honorat, quod ipse perfecit. (Cyprian.) Gott vergilt uns, was er selbst geleistet, und belohnt, was er selbst vollbracht hat. 48. Deus ex gratia non merita nostra, sed sua in nobis dona coronat. (Gerh.) Gott krönt aus Gnaden nicht unsere Verdienste, sondern seine eigenen Gaben in uns. 49. Justitia hominis non renati, utut eam temporaliter Deus honoret donis optimis hujus vitae, tamen coram Deo larva est et hypocrisis impia. Et mirum problema est, quod Deus remuneret justitiam, quam ipse reputet iniquitatem. (Luther.) Die Gerechtigkeit des unwiedergeborenen Menschen, mag Gott dieselbe immerhin mit den besten Gaben dieses Lebens belohnen, ist doch vor Gott eine Larve und gottlose Heuchelei. Und es ist ein wundersames Problem, daß Gott die Gerechtigkeit belohnt, welche er selbst für Ungerechtigkeit achtet. 50. Aeque necessarium est, ut pii doctores tam diligenter urgeant doctrinam de bonis operibus, quam doctrinam de fide. (Luther.) Es ist gleich nothwendig, daß gottselige Lehrer ebenso fleißig die Lehre von den guten Werken treiben und hervorheben, wie die Lehre vom Glauben. ————◆———— Bemerkungen über das Amt. In der Erlanger Zeitschrift von den Monaten Juli und August finden sich Bemerkungen über das Amt, welche in doppelter Hinsicht Werthvolles enthalten. Erstlich gehen sie von der usuellen Bedeutung des Wortes „Amt“ aus und weisen daraus nach, wie der durchaus lediglich scheinbare Wider⸗ spruch sich löse, der in den Aussagen unserer Theologen über die Göttlichkeit und Nothwendigkeit des Amtes zu Tage tritt; zum andern zeigen sie, wie die Lehre von dem ursprünglichen Besitz des Amtes von Seiten der Kirche durch⸗ aus nicht der Lehre von der göttlichen Einsetzung auch des Pfarramtes wider⸗ streite. Wir können nicht unterlassen, das Wichtigste daraus hier mitzuthei⸗ len. Wir lesen a. a. O. u. A. Folgendes: