# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1861_S291 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Theologische Axiome. 291 Erst muß der Mensch geändert werden, sollen seine Werke anders werden. 23. Placente persona placet opus. (Kromayer.) Wenn die Person gefällt, so gefällt auch ihr Werk. 24. Ita docent ex Aristotele, omne opus bonum procedere ex electione; si hoc verum est in philosophia, multo magis in theologia oportet esse ante opus bonam voluntatem et rectam rationem per fidem. (Luther.) „Sie lehren also aus ihrem Aristotele, daß kein Werk gut zu nennen noch zu halten sei, es geschehe denn ungezwungen, aus einem guten freien Willen; vielmehr muß solches in der Theologie wahr sein, daß, ehe das Werk geschieht, die Vernunft rechtschaffen und der Wille gut sei, welches nicht geschehen kann, ohne durch den Glauben.“ (Luther.) 25. Virtutis νομικῶς consideratae forma est convenientia cum lege, quae facit, ut actio sit opus rectum; virtutis εὐαγγελικῶς consideratae forma est fides, quae facit, ut opus sit Deo acceptum. (Meisner.) Das Wesen der Tugend, wenn sie nach dem Gesetz betrachtet wird, ist die Uebereinstimmung mit dem Gesetz, welche macht, daß eine Handlung ein rechtes Werk ist; das Wesen der Tugend, wenn sie nach dem Evangelium betrachtet wird, ist der Glaube, welcher macht, daß ein Werk Gott ange⸗ nehm ist. 26. Fides est fac totum in operibus. (Luther.) „Darum ist's der Glaube, der alles thut und gilt in den Werken.“ (Luther.) 27. Bonum opus intentio facit, intentionem fides dirigit. (Augustin.) Zu einem guten Werke gehört eine gute Absicht, die gute Absicht aber hängt vom Glauben ab. 28. Ea tantum intentio est bona, si quis Deo vult obedire juxta man- data ejus. (Gerh.) Nur diejenige Absicht ist eine gute, wenn man Gott nach seinen Ge⸗ boten gehorchen will. 29. Non generatio, sed regeneratio facit Christianos. (Gerh.) Nicht die Geburt, sondern die Wiedergeburt macht zu einem Christen. 30. Non nascuntur, sed fiunt Christiani. (Kromayer.) Christen werden nicht geboren, sondern gemacht. 31. Renovatio licet a regeneratione proprie et specialiter accepta di- stinguatur, individuo tamen et perpetuo nexu cum ea est conjuncta. (Gerh.) Obgleich die Erneuerung von der Wiedergeburt, wenn sie in ihrem ei⸗ gentlichen und besonderen Sinne genommen wird, unterschieden wird, so ist sie doch mit ihr unzertrennlich und stets verbunden. 32. Renascentia est opus non minoris virtutis, quam creatio. (Menzer.) Die Wiedergeburt ist ein Werk von nicht geringerer Kraft, als die Er⸗ schaffung. 33. In omni opere bono occurrit ἐννομία et ἀνομία. (Balth. Meisner.) In jedem guten Werke findet sich etwas, was nach dem Gesetz, und etwas, was gegen das Gesetz ist.