# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1861_S290 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 290 Theologische Axiome. Es ist nicht darauf zu sehen, was die Väter gethan, sondern ob sie es mit Recht gethan haben. 9. Male vivitur, ubi male creditur. Da lebt man unrecht, wo man unrecht glaubt. 10. Ut opus aliquod sit cultus Dei, requiritur non tantum causa fina⸗ lis, verum etiam materialis. (Gerh.) Daß ein Werk ein Gottesdienst sei, dazu gehört nicht nur der Zweck, damit Gott zu dienen, sondern auch eine wirklich gottesdienstliche Handlung. 11. Gute Werke haben keinen Namen. (Luther.) 12. Bona opera non nominibus, sed adverbiis sunt judicanda. (Balth. Meissner.) Gute Werke sind nicht nach den Nennwörtern, sondern nach den Be⸗ stimmungswörtern zu beurtheilen. 13. Illa demum opera sunt bona, quae etiam bene fiunt. (B. Meissner.) Erst diejenigen Werke sind gute, welche gut geschehen. 14. Cum facit homo aliquid, ubi peccare non videtur: si non propter hoc facit; propter quod facere debet, peccare convincitur. (Augustin.) Thut ein Mensch etwas, wobei er nicht zu sündigen scheint, so wird er doch der Sünde überführt, wenn er es nicht um deßwillen thut, um deß⸗ willen er es thun soll. 15. Non poena, sed causa facit martyrem. (Augustin.) „Leiden macht keinen Märtyrer, sondern rechte Ursache des Leidens macht Märtyrer.“ (Luther.) 16. Qui invitus facit, non facit. Wer (etwas Gutes) ungern thut, der thut es gar nicht. 17. Stare in via Domini et non proficere, est deficere. (Bernhard.) Auf dem Weg des HErrn stehen bleiben und nicht vorwärts gehen, ist Rückschritte machen. 18. Ubi incipis nolle fieri melior, desinis esse bonus. Wo du anfängst nicht besser werden zu wollen, da hörst du auf gut zu sein. 19. Qui virtutem suam publicare vult, non virtuti laborat, sed gloriae. Wer da will, daß seine Tugenden veröffentlicht werden, der ist nicht um Tugend, sondern um Ruhm besorgt. 20. Qui nihil agit, male agit. Wer nichts thut, thut unrecht. 21. Gute fromme Werke machen nimmermehr einen guten frommen Mann; sondern ein guter frommer Mann machet gute fromme Werke. Böse Werke machen nimmermehr einen bösen Mann; sondern ein böser Mann machet böse Werke. Wie die Bäume müssen ehe sein denn die Früchte; und die Früchte machen nicht die Bäume weder gut noch böse, sondern die Bäume machen die Früchte: also muß der Mensch in der Person zuvor fromm oder böse sein, ehe er gute oder böse Werke thut. (Luther.) 22. Prius est mutandus homo, ut opera mutentur. (Augustin.)