# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1861_S276 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 276 Des alten Hartmanns treuer Rath, daß Prediger ꝛc. concentrirt sich also die antichristliche Feindschaft des Thiers, wie denn auch Daniel (8, 8.) aus der römischen Weltmacht den Antichrist hervorgehen sieht. Von den sieben Häuptern erhält nun eins eine Todeswunde — wir sagen aber: eben dies sechste Haupt, welches in Apocal. 13 das wichtigste ist, erhält die Wunde, denn der Zusammenhang des Capitels (V. 3. 4. 12.) läßt es nicht anders erscheinen, als daß gerade das heil gewordene Haupt die Anbetung der Erde entgegennimmt und Gott lästert. Diese Todeswunde aber wissen wir geschichtlich nicht besser zu deuten, als durch den Sturz des römischen Cäsars, und die Heilung der Wunde ist dann nichts anderes, als das Aufleben der römischen Weltmacht im Pabstthume, welches wirklich die Anbetung des Erdbodens entgegengenommen, Gott gelästert und die Kirche als rechter Antichrist verfolgt hat. ———— (Eingesandt von Prof. C.) Des alten Hartmanns treuer Rath, daß Prediger ihre gehaltenen Predigten von Amtsbrüdern oder anderen der Sache kundigen Christenleuten beurtheilen lassen sollen. (Uebersetzt aus Hartmanni Pastorale evangelicum, p. 437 etc.) Ferner soll der Prediger von seinen Collegen ein Urtheil über seine Predigten begehren und eine Kritik fordern, oder, wenn er keine Collegen hat, sollen auf den Pastoral⸗Conferenzen Kritiken über die Predigten angestellt werden, welche die einzelnen der Reihe nach auf den Conferenzen halten werden. Man kann auch das Urtheil anderer frommer Leute hören und begehren, die mit Kenntniß und sonderlicher Erfahrung in den heiligen Dingen ausgestattet sind, und einen Eifer für die Förderung des Reiches Christi haben, dergleichen es durch Gottes Gnade noch hin und wieder unter dem freilich sonst so großen Haufen von Atheisten, von unwissenden und boshaftigen Leuten gibt. Der Nutzen solcher Kritiken würde ausgezeichnet und unglaublich sein, wofern sich sowohl die Urtheilfällenden als die, über welche geurtheilt wird, recht dabei verhielten. Denn jene uns angeborene Liebe, nach welcher ein jeder sich selbst zu sehr gewogen ist, macht, daß wir über uns selbst nie richtig urtheilen können. Es begegnet uns da etwa dasselbe, was denjenigen begegnet, die etwas durch ein Glas, oder durch Dünste, oder durch ein Perspektiv anschauen, welchen die Dinge immer größer erscheinen und dünken, als sie in der That sind. Oft meinen wir unsere Sachen trefflich und herrlich gemacht zu haben, während wir doch himmelweit fehl gegangen sind und fehlgehen. Nicht selten auch thun wir zwar unserer Sache so ziemlich genug, aber es klebt noch irgend eine Kleinigkeit daran, welche unsere Rede oder Handlung oder die Sachen so entstellt, daß sie unserem vollen Lobe vieles benimmt, und die gleichsam ein Flecken oder Warze in einem feinen und schö⸗