# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1861_S272 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 272 Daß der Pabst zu Rom der Antichrist sei. sagung nicht in Antiochus gekommen sei, sondern im Pabste. Der König wird thun, was er will — das ist des Pabstes unleidliche Tyrannei: sic volo, sic jubeo! Er wird sich aufwerfen wider alles, was Gott ist — das ist der Pabst, „der in seinen Drecketen rühmt, er sei über die heilige Schrift,“ der „viel neuen Gottesdienst aufgerichtet,“ „die Christen mit unzähligen Gesetzen unterdrückt, und Sünde gestiftet hat, da Gott keine haben will.“ Er wird keine Frauenliebe achten — das thut der Pabst, indem er den Ehestand, welchen Gott gesegnet hat, verflucht macht. Er wird seinen Gott Mäusim ehren — das thut der Pabst, welcher das Meßopfer anzubeten befiehlt. In derselben Weise wird auch in jener Streitschrift „Offenbarung des Antichrists“ Dan. 8. erklärt, und hier scheint uns vor allem von Wichtigkeit zu sein, worein Luther die Stärke des Pabstthums setzt, in den Schein und in die Geberden. „Denn es ist viel ein Anderes um das Fürstenthum, das der Pabst hat und um alle Fürstenthümer in der ganzen Welt, welche, sie seien gut oder böse, so mögen sie nicht schaden, ob man sie duldet. Aber das Pabstthum ist ein solch Fürstenthum, das den Glauben vertilgt und das Evangelium, und richtet an ihre Statt Geberden und Vorschläge auf: die Geberden anstatt des Glaubens, die Vorschläge anstatt des Worts oder Evangelii.“ (a. a. O. S. 1876) „Dieser König muß der Endechrist sein d. i. ein Widersacher Christo und seinem Reiche. Denn Christus ist ein solcher König, der mächtig von Wahrheit ist und ist heftig wider den Schein und Gestalt, als wir sehen im Evangelio. Dieser aber ist ein solcher König, der allein mächtig ist von Geberden, auch dergleichen heftig wider die Wahrheit.“ (S. 1817) Luther zählt, um dies deutlich zu machen, auf, „wie mancherlei Schein und Geberden, Gespenst und Gleißnerei in des Pabsts allerheiligstem Reich gefunden werden“ (S. 1818 ff.): der Hochmuth der geistlichen Personen, das Uebermaß der kirchlichen Reichthümer, die Prunksucht der Wohnungen, sonderliche Kleider und Gewänder der Geistlichen, Verschwendung im Bau der Kirchen und Klöster, das Hora⸗Singen, die falschen Sacramente, die Messe mit ihrem Gepränge, Unterschied der Speisen und der Tage, die Ehelosigkeit der Geistlichen, der Götzendienst mit den Reliquien und heiligen Stätten, die falsche Weisheit der hohen Schulen. So deutet Luther As—panim (Dan. 8, 23.) von dem Scheinwesen des Pabstthums; hingegen versteht er das Wort Chijdot von der falschen und tyrannischen Gesetzgebung, die wider den Glauben streite. „Zuletzt hat dieselbigen (nämlich die nach und nach entstandenen Geberden) der römische Bischof alle zu Haufen geraffet und dieselbige in harte und strenge Gesetze verwandelt, und damit die christliche Freiheit unterdrückt, sogar daß es jetzt ohne alle Maaße eine größere Sünde ist, wenn einer wider diese Geberden und Gesetze sündiget, denn so er sündiget wider Gottes Gebot. Also sind aus den Geberden Hidoth, Vorschläge und Gesetze gekommen; aus den Hidoth, Vorschlägen oder Gesetzen ist dieses Königs Kraft entstanden, und daher ist alsdann diese Verwüstung in die Welt geführet worden.“ (S. 1862) Und bei dieser Gelegenheit wird dann auch auf Dan. 7, 7. 8. hingewiesen, auf das