# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1861_S271 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Daß der Pabst zu Rom der Antichrist sei. 271 Mensch, sondern aus Gott und Mensch eine vermischte Person, gleichwie unser Christus allein ist. Und was ein Mensch der Sünden sei, hast du aus vorigen Stücken leicht zu vernehmen, da er nicht allein für sich ein Sünder ist, sondern mit Sünden, falschem Gottesdienst, Gotteslästerung, Unglauben und Lügen die Welt, sonderlich den Tempel Gottes, die Kirche, voll, voll gemacht, damit auch ein Kind ist des Verderbens, d. i. sich selbs mit unzähligen Seelen zur Höllen und ewigen Verdammniß geführt hat. Der Türke verführt auch die Welt; aber er sitzt nicht im Tempel Gottes führt nicht den Namen Christi und St. Petri, auch die heilige Schrift nicht: sondern stürmet auswendig die Christenheit und rühmet sich derselben Feind. Aber dieser inwendige Verstörer will Freund sein, will Vater heißen, und ist zweifältig ärger, denn der Türk. Das heißet ein Greuel der Verwüstung oder Verstörung, ein Abgott, der wider Christum alles verstöret, was Christus gebauet und uns gegeben hat.“ (Wider das Pabstthum zu Rom, vom Teufel gestiftet. 26, S. 189.) Aus beiden angeführten Stellen geht schon hervor, wie Luther die Züge von 2 Thess. 2. in dem Pabstthum erfüllt sah; auf die Weissagungen der Apokalypse geht er wegen seiner ungünstigen Meinung über dies Buch (Vorrede von 1522, Erl. Ausg. 63, S. 169) selten ein, nur in der Vorrede von 1545 (63, S. 158 ff.) erklärt er deutlich, daß im 13. und 17. Capitel „das päbstliche Kaiserthum und das kaiserliche Pabstthum“ geschildert sei, so wie im 14., „daß die Stadt Babylon fallen soll, und das geistliche Pabstthum untergehen.“ Um so mehr hält sich Luther an die Weissagungen des Daniel, aber nicht so, daß der aus der vierten Monarchie hervorgehende Feind Gottes (Dan. 7, 8. 24. 25.), der drei Könige demüthigt, für den Pabst gehalten wird, vielmehr ist dies „der Mahomed oder Türke, der jetzt Aegypten, Asiam und Gräciam hat“ (41, S. 244), sondern so, daß er den griechischen Antichrist (Dan. 8 und 12) als Typus des Pabstes auffaßt. Er gibt selbst im Commentar zum Daniel seinen hermeneutischen Grundsatz an: „Dieser Antiochus ist hie zum Exempel gesetzt aller bösen Könige und Fürsten, sonderlich die, so wider Gott und sein Wort toben. Darum haben auch alle vorigen Lehrer diesen Antiochum eine Figur des Endechrists genennet und gedeutet, habens auch recht getroffen. Denn ein solcher wüster Unflath und ein solcher wüthiger Tyrann sollte zum Vorbilde des letzten Greuels erwählt werden, wie denn auch etliche Worte im 8. und 12. Capitel sich merken lassen und heimlich anzeigen.“ (41, S. 246) „Das 12. Capitel Daniels, wie es alle Lehrer einträchtiglich auslegen, gehet ganz und gar unter Antiochus Namen auf den Endechrist und auf diese letzte Zeit, da wir innen leben.“ (S. 294) So legt denn Luther Dan. 8, 23—25. ganz und gar vom Pabste aus in der Schrift „Offenbarung des Antichrists“ (Walch XVIII, S. 1799 ff.), und ebenso wird Dan. 11, 36. — 12, 12. in der schon angeführten Schrift „der Prophet Daniel deutsch, nebst der Auslegung des zwölften Capitels“ (Erl. Ausg. 41, S. 232 ff.) in specieller Weise vom Pabstthum erklärt. Hier wird gezeigt, wie die wahre Erfüllung dieser Weis⸗