# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1861_S270 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 270 Daß der Pabst zu Rom der Antichrist sei. von Babylon! z. B. Gregorius Heimbürger, Dr. jur., zur Zeit des Baseler Concils in seinem Buche „gegen den Primat.“ Er nennt den Pabst und seine Geistlichkeit Babylon und babylonische Hure, und fordert auf wie in der Apokalypse, davon auszugehen. Diese Wolke von Zeugen gegen das antichristische Pabstthum — und die Zahl derselben ließe sich leicht noch vermehren — ging vor Luther her, und er trat deshalb nicht mit einer neuen willkührlichen Meinung, sondern als Vertreter der Klage eines halben Jahrtausends auf, wenn auch er sagte, der Pabst sei der Antichrist. So schonend er nämlich drei Jahre lang (1517—1520) gegen die Person des Pabstes gewesen war, und bei allen seinen Streitigkeiten immer noch gehofft hatte, der Pabst werde der Wahrheit die Ehre geben — als nun endlich die Bulle gegen Luther publicirt war, da sprach auch Luther es offen aus, „daß diese Bulle gemacht sei von unsinnigen rasenden Geistern oder von dem Haupt aller Bosheit, dem Endchrist.“ „Wird der Pabst diese Bulle nicht widerrufen und verdammen, dazu D. Ecken mit seinen Gesellen, solcher Bullen Folger, strafen, so soll niemand daran zweifeln, der Pabst sei Gottes Feind, Christi Verfolger, der Christenheit Verstörer und der rechte Endchrist.“ (Wider die Bulle des Endchrists. Erl. Ausg. 24, S. 35 ff.) Es war das letzte Mal, daß Luther dem Pabste das Dilemma stellte; denn da die Bulle nicht zurückgenommen wurde, vielmehr Irrthum und Lüge und geistliche Tyrannei auch ferner bleiben sollten, so stand für Luther der Satz fest, daß der Pabst der Antichrist sei, und er bewies ihn fortan dogmatisch und exegetisch. „Ich halte den Mahomet nicht für den Endechrist: er machts zu grob und hat einen kenntlichen schwarzen Teufel, der weder Glauben noch Vernunft betrügen kann, und ist wie ein Heide, der von außen die Christenheit verfolget, wie die Römer und andere Heiden gethan haben. — — Aber der Pabst bei uns ist der rechte Endechrist, der hat den hohen, subtilen, schönen, gleißenden Teufel, der sitzt inwendig in der Christenheit, läßt die heilige Schrift, Taufe, Sacrament, Schlüssel, Katechismum, den Ehestand bleiben; wie St. Paulus 2 Thess. 2, 4. sagt: er sitze (d. i. regiere) im Tempel Gottes, d. i. in der Kirche oder Christenheit, nämlich in solchem Volk, das getauft“ u. s. w. (Verlegung des Alcoran Bruder Richardi. 65. S. 20.) „Und wenn der Teufel selbst zu Rom regieren sollte, könnte ers doch nicht ärger machen; ja wenn er selbst regierte, könnten wir uns vor ihm segnen und fliehen. Aber nun sich der Pabst ihm übergeben hat zur Larven mit Gottes Wort geschmückt, darunter man ihn nicht hat können kennen, das ist Gottes Zorn; da ist's geschehen alles, was sein bittrer teuflischer höllischer Groll wider Christum und seine Kirche hat erdenken mögen; da ist er unser Abgott geworden, den wir unter dem Namen St. Petri und Christi haben angebetet, sammt allen seinen Lügen, Gotteslästerungen und Abgöttereien. — — Hie magst du selbst lesen 2 Thess. 2, 4. und sehen, was St. Paulus meinet, da er sagt, der Endechrist sitze im Tempel Gottes d. i. in der Kirche Christi, als sei er Christus und Gott selbst, wie seine Heuchler lästern und sagen: der Pabst sei nicht ein purer