# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1861_S269 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Daß der Pabst zu Rom der Antichrist sei. 269 als ob er Gott wäre. Er redet Großes, als ob er Gott wäre, er ändert Gesetze, er heiligt seine Gesetze, er schändet, raubt, plündert, betrügt, mordet, dieser Mensch, den man gewöhnlich den Antichrist nennt, auf dessen Stirn die Lästerworte stehen: Ich bin Gott und kann nicht irren! er sitzt im Tempel und herrscht weit und breit.“ Ebenso freimüthig war Ruprecht von Lincoln (1250), indem er die Behauptung aufstellte und vertheidigte: „der Pabst vermöge nichts wider die Gerechtigkeit und Wahrheit; wenn er aber dagegen streite, so sei er schlimmer als Lucifer und der Antichrist.“ In einer Rede vor Innocenz IV. und seinen Cardinälen sagt er: „Da das vornehmste Werk Christi, um dessen willen er in die Welt gekommen, die Belebung der Seelen ist, und des Satans eigenstes Werk die Tödtung und Ermordung der Seelen, da er ein Mörder ist von Anfang, so sind diejenigen Priester, welche Jesum auswendig zur Schau tragen, aber das Wort Gottes nicht verkündigen, wenn sie auch weiter keine Bosheit hinzufügten, Widerchristi und Teufel, die sich in Engel des Lichts verwandeln, Diebe und Räuber, Schlächter und Verzehrer der Schafe, welche das Bethaus zu einer Mördergrube machen.“ Um 1260 schrieb Laurentius Anglicus, Magister in Paris, zwei Schriften gegen den Clerus: „Warnung vor den falschen Propheten“ und „Vertheidigung Wilhelms de S. Amore.“ In beiden wird bewiesen, der Antichrist stehe vor der Thür, und so lehrte der Bischof Probus von Toul (1280) in einer Rede öffentlich: „In Deutschland haben die Statthalter des Satans und des Antichrists den Samen der Zwietracht ausgesäet.“ Robertus Gallus, ein Mönch um 1290, hatte viele Visionen und schrieb sie nieder. Im 1. Capitel beschreibt er unter dem Bilde einer Schlange den Pabst oder Antichrist, der sich über alles erhebe, die Heiligen niederdrücke und viele falsche Propheten habe. Im 5. Capitel nennt er den Pabst einen Götzen, ja einen Gott. Wenn nun alle diese Stimmen innerhalb der Kirche erschollen, so ist es noch weniger zu verwundern, daß die Waldenser in Art. 10 des Bekenntnisses behaupten: „die römische Kirche sei das apokalyptische Babylon; der Pabst sei die Quelle aller Irrthümer und der wahre Antichrist.“ Dieselbe Stimme erhoben Gerhard Segarelli von Parma und Dulcinus von Novara (1280), weshalb auch Flacius vermuthet, daß sie mit den Waldensern in Zusammenhang gestanden hätten. Ebenso Milicz von Prag (1350) und Johann Wikleff in Oxford (1380), und in Folge wikleffitischer Lehre wieder viele Hussiten. Zu den Böhmen gehörte auch Matthias von Paris (1380), der ein eignes Buch über den Antichrist schrieb, um zu beweisen, er sei schon gekommen. Die Heuschrecken in der Apokalypse deutete er von den in der Kirche herrschenden Heuchlern. Als Werke des Antichrists nennt er, daß Fabeln und Erfindungen der Menschen in der Kirche regieren, daß Bilder und falsche Reliquien angebetet werden, daß man andere Heilige und Helfer außer Christo anrufe. Auch habe der Antichrist bereits alle Universitäten und gelehrte Schulen verführt, daß es keine reine Lehre mehr gebe. Deshalb rief man: Gehet aus