# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1861_S267 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Daß der Pabst zu Rom der Antichrist sei. 267. Schlüßlich sagt Ströbel: „Nach meinem geringen Gesammturtheil ist auch die vorliegende „„Lehre vom tausendjährigen Reiche““ (so gut wie ihre Vorgänger) keine exegetisch-dogmatische Beweisführung, sondern (nach Inhalt wie nach Sprache) eine philosophische Speculation.“ Wir bemerken noch, daß Flörke, der sich alle Mühe gibt, seinem Chiliasmus als im Einklange mit dem kirchlichen Bekenntniß darzustellen, nichts desto weniger den Antichrist erst in der Zukunft und zwar aus der politischen Revolution hervorgehen läßt. In demselben Hefte genannter Zeitschrift befindet sich ein Aufsatz von H. D. Köhler, Pastor zu Gr. Vielen in Mecklenburg: „Die Schriftwidrigkeit des Chiliasmus.“ Dieser Aufsatz, namentlich gegen Flörke und Auberlen gerichtet, ist das Beste, was wir über Chiliasmus aus der gegenwärtigen Zeit gelesen haben, eines separaten Abdrucks zu möglichst weiter Verbreitung wohl werth. Wir machen alle unsere Leser, die besagtes Heft sich verschaffen können, darauf aufmerksam. Besonders wohl wird es jedem Lutheraner thun, darin auch die jetzt fast allgemein verlassene Lehre unserer Kirche kräftig bezeugt zu finden, daß der Pabst der Antichrist sei. Da der Artikel zu groß ist, um hier ganz mitgetheilt zu werden, derselbe aber gerade als Ganzes seine besondere Bedeutung hat, so enthalten wir uns dessen, Auszüge zu geben, und begnügen uns damit, im Folgenden das Stück vom Antichrist mitzutheilen. Daß der Pabst zu Rom der Antichrist sei. Folgendes schreibt H. D. Köhler, Pastor zu Gr. Vielen in Mecklenburg in einem Aufsatz: „Die Schriftwidrigkeit des Chiliasmus,“ den wir im dritten Heft des gegenwärtigen Jahrgangs der Rudelbach⸗Guericke'schen Zeitschrift finden: Eine alte und aus Glaubensgewißheit hervorgegangene Antwort auf die Frage nach dem Antichrist ist nun diese, daß es der römische Pabst sei, und zwar wurde diese Antwort veranlaßt durch die ungebührliche centrale Stellung des Pabstes in der Kirche und durch seine gottlose und verderbliche Herrschaft über dieselbe. Hier fand sich eine Weltmacht, vor der sich Könige und Kaiser beugen mußten, hier fand sich eine Ueberhebung über Gottes Wort, Umsturz alles wahren Gottesdienstes, Blutvergießen der Heiligen und überhaupt alle Zeichen, die dem Antichrist zukommen, deshalb wies man mit Fingern auf den Pabst. Und zwar that man dies längst vor den Zeiten Luthers, wie Flacius in seinem Catalogus testium veritatis und Gerhard in seinen locis (Tom. XI, p. 254 sqq.) auf das reichhaltigste bewiesen haben, so daß wir ihnen nur zu folgen brauchen. Schon den Pabst Nicolaus I. um 860 redeten die Erzbischöfe von Cöln und Trier also an: „Du willst das Ansehen eines Hohenpriesters haben, aber du benimmst dich wie ein Tyrann. Unter der Gestalt des Hirten spüren wir den Wolf.