# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1861_S263 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Theologische Axiome. 263 Kirche Gottes gebieret, stärket, erbauet, erhält und schützet; und ohne den kann die Kirche Gottes nicht eine Stunde bestehen.“ (Luther.) 72. „Wenn wir diesen (Artikel von der Rechtfertigung) verloren haben, so werden wir keiner Ketzerei, keiner falschen Lehre, wenn sie auch noch so lächerlich und eitel wäre, widerstehen können; wie es unter dem Pabstthum hergegangen ist, da wir solche Dinge geglaubet haben, deren wir uns anjetzo schämen und die uns gereuen. Hinwiederum, wenn wir bei diesem Artikel bleiben, so sind wir sicher vor Ketzerei.“ (Luther.) 73. „Wenn der Artikel, so da lehret, wie man vor Gott sündlos und gerecht wird, verloren wird, so geht zugleich die ganze christliche Lehre dahin, und alle die Menschen, so auf dem ganzen Erdboden sind und diese Lehre nicht haben, die müssen eigentlich entweder Juden oder Türken, Papisten oder Rotten und Ketzer sein.“ (Luther.) 74. „In diesem (Artikel von der Rechtfertigung) hänget und stehet es alles und zeucht die andern alle mit sich und ist alles um diesen zu thun; daß, wer in den andern irret, hat gewißlich auch diesen nicht recht, und ob er gleich die andern hält, und diesen nicht hat, ist es doch alles vergeblich. Wiederum hat auch dieser Artikel die Gnade, wo man mit Fleiß und Ernst dabei bleibet, daß er nicht läßt in Ketzerei fallen, noch wider Christum und seine Christenheit laufen. Denn er bringet gewißlich den heil. Geist mit sich, welcher dadurch das Herz erleuchtet und hält in rechtem gewissem Verstande, daß er kann rein und dürre Unterscheid geben und richten von allen andern Artikeln des Glaubens und dieselben gewaltiglich erhalten und vertheidigen. Wie man auch wohl siehet in den alten Vätern: wo sie bei solchem Artikel blieben und ihre Lehre darauf gegründet und daraus geführet, sind sie in allen Stücken fein rein blieben; wo sie aber davon gegangen und außer diesem disputirt, sind sie auch irre gegangen und weidlich gestrauchelt; wie auch den ältesten, Tertulliano und Cypriano, unterweilen geschehen ist. Und was mangelt noch, nicht allein den Papisten, sondern unsern Rottengeistern allen, so wider die Taufe und andere Artikel schwärmen, denn daß sie, schon von diesem gefallen, sich nicht damit bekümmert und dafür andere Dinge aufgeworfen, und damit den Verstand verloren haben, daß sie hievon nichts Rechtes lehren und keinen Artikel gewiß erhalten können? wie man in ihren Büchern wohl sehen kann; darnach weiter von einem Irrthum in den andern fallen, bis sie zuletzt sich und andere Leute in's Verderben führen. Denn wo dies Erkenntniß Christi hinweg ist, da hat die Sonne ihren Schein verloren und ist eitel Finsterniß, daß man nichts mehr recht verstehet und kann sich keines Irrthums noch falscher Lehre des Teufels erwehren. Und ob man wohl die Worte vom Glauben und Christo behält (wie sie im Pabstthum blieben sind), so ist doch kein Grund einiges Artikels im Herzen; und was mehr da bleibt, das ist eitel Schaum und ungewisse Persuasiones oder Dünkel oder ein gemalter, gefärbter Glaube.. Wiederum wo diese Sonne scheinet und leuchtet im Herzen, da ist ein recht gewisser Verstand von allen Sachen, daß man kann fest stehen und halten ob allen Artikeln, als: daß Christus