# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1861_S261 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Theologische Axiome. 261 imputatur; sed sola obedientia illius personae, quae simul Deus est et homo. (Conc.) „Uns wird weder die göttliche noch die menschliche Natur Christi für sich selbst zur Gerechtigkeit zugerechnet, sondern allein der Gehorsam der Person, welche zumal Gott und Mensch.“ 54. Non essentiali justitia filii Dei habitantis in nobis, sed meritoria, patiendo et agendo acquisita, coram Deo sumus justi. (Kromayer.) Nicht durch die wesentliche Gerechtigkeit des in uns wohnenden Sohnes Gottes, sondern durch seine verdienstliche, durch Leiden und Thun erworbene, sind wir vor Gott gerecht. 55. Remissio peccatorum et imputatio justitiae dicuntur partes justificationis, non secundum rem, sed secundum rationem, sicut, cum homo vestitur, eodem actu nuditas tegitur et vestimentum induitur. (Gerhard.) Die Vergebung der Sünden und die Zurechnung der Gerechtigkeit werden die Theile der Rechtfertigung genannt, nicht der Sache nach, sondern dem Begriffe nach, sowie, wenn ein Mensch bekleidet wird, durch eine und dieselbe Handlung die Blöße bedeckt und das Kleid angezogen wird. 56. Justitia fidei est mere passiva. (Luther.) Die Gerechtigkeit des Glaubens ist eine rein passive. 57. Justitia cujusdam facti a justitia personae distinguenda est. (Gerh.) Die Gerechtigkeit in Absicht auf eine bestimmte That ist von der Gerechtigkeit der Person zu unterscheiden. 58. Fide quisque accipit, quantum sibi sufficit. (Gerhard.) Durch den Glauben nimmt jeder so viel, als er bedarf (um vor Gott gerecht zu sein). 59. Error rejiciendus est, cum docetur, hominem alio modo seu per aliquid aliud salvari, quam per id, quo coram Deo justificatur. (Concordia.) „Es ist auch das unrecht, wann gelehret wird, daß der Mensch anderergestalt oder durch etwas anderes selig müsse werden, dann wie er für Gott gerechtfertigt wird.“ 60. „Sei du gewiß, daß Gott keine andere Weise hat, die Sünde zu vergeben, denn durch das mündliche Wort, so er uns Menschen befohlen hat. Wo du nicht die Vergebung im Worte suchst, wirst du umsonst gen Himmel gaffen nach der Gnade oder, wie sie sagen, nach der innerlichen Vergebung.“ (Luther.) 61. „Kein falscher Christ nach Rottengeist kann diese Lehre verstehen. Wie viel weniger wird er sie recht predigen und bekennen, ob er gleich die Worte mitnimmt und nachredet, aber doch nicht dabei bleibet und rein lässet; prediget immer also, daß man greift, daß er's nicht recht habe; schmieret doch seinen Geifer daran, dadurch er Christo seine Ehre nimmt und ihm selbst zumisset.“ (Luther.) *) *) Hoffentlich bedarf es keiner Entschuldigung, wenn wir diesen und die noch folgenden Aussprüche mit unter den theologischen Axiomen aufzählen, da sie wenigstens zur Würdigung der voraufgegangenen Axiome gute Dienste leisten dürften.