# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1861_S252 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 252 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. und daher überhaupt einen jeden Prediger seinem eigenen Schicksal überließ. Der Arme konnte nun nicht reisen, und die Reichen wollten nur selten Reisen vornehmen." — Ein offenes, lobenswürdiges Bekenntniß. Unter anderen Gemeinschaften hat es niemand den Leuten eingeredet, daß es Sünde sei, die Prediger mit Geld zu unterstützen, und doch unterbleibt es häufig. Woran muß es wohl da liegen? Aeußerung eines Bußfertigen (?). Im Luth. Kirchenboten findet sich das Stück eines Briefes von S., angeblich einem bewährten luth. Prediger im westlichen Pennsylvanien. Darin schreibt derselbe: Ich war ein großer Polemiker, und ich meinte, ich thue Gott einen Dienst damit; allein ich bereue es herzlich, daß ich nicht mehr auf das wahre Christenthum gedrungen habe. Die Ohio- und Missouri⸗Synoden haben dieselbe Decke vor ihrem Geistes⸗Auge. Sie sind immer am Streiten, und versäumen Buße zu predigen." Dr. Aug. Ebrard, gewesener Consistorialrath in Speier, ist bei der letzten Sitzung der westlichen ref. Synode von derselben zum deutschen Professor am Seminar in Tiffin erwählt worden. Religiöse Blätter. In letzter Zeit sind etwa ein Dutzend englischer religiöser Zeitblätter eingegangen, während mehrere andere nur mit knapper Noth ihr Leben fristen. Unter den eingegangenen sind allein sieben baptistische. So meldet der Evangelist. Die Sabbath⸗Baptisten, die nicht den Sonntag, sondern den Samstag feiern, scheinen am Erlöschen zu sein. Ihre Sonntagsschulzeitung ist schon seit einiger Zeit eingegangen, jetzt kündet auch ihr einziges noch übriges Organ, der "Sabbath Recorder," an, daß er nicht mehr wöchentlich sondern monatlich erscheinen, und nach Beendigung des Jahrgangs vielleicht ganz eingehen wird. (Ev.) Römische Kirche in Amerika. Der bekannte papistische Agitator Brownson sagt in seinem "Review," die römisch⸗kathol. Kirche muß in diesem Lande in Abnehmen gerathen und zu Unbedeutendheit zusammenschrumpfen, wenn sie nicht eine größere intellectuelle Macht erlangt. Er sagt, die Römisch⸗Katholischen müssen den Stolz der Protestanten auf Intelligenz in diesem Lande demüthigen, indem sie sich ihnen überlegen erweisen. — Traurig, wenn eine Kirche ohne Erringung einer Ueberlegenheit in Absicht auf Wissenschaft und Bildung ihrem unabwendbaren Verfall entgegensieht. Die heiligen Apostel und die apostolische Kirche urtheilte nicht so. 2 Cor. 10, 4. 5. Das Missionary Institute in Selinsgrove, Pa., enthielt letztes Jahr 31 Studenten, von welchen neulich 8 nach Vollendung ihrer Studien von der Central⸗Synode von Pensylvanien zum Amte zugelassen wurden. Die Philadelphia Conferenz der luth. Synode von Ost⸗Pensylvanien, die Lebanon⸗Conferenz derselben Synode und die Pittsburgh luth. Synode haben unlängst in ihren Sitzungen Beschlüsse für die Fortsetzung des Bürgerkrieges gefaßt. II. Ausland. Von der Versiegelung. Bekanntlich hat J. A. Steinmetz, weil. luth. Abt zu Kloster Bergen, ein Schriftchen geschrieben „Von der Versiegelung der Gläubigen mit dem heil. Geist.“ Dasselbe ist jüngst in Neu Ruppin bei Bergemann erschienen. In einer Recension dieses Büchleins von Dr. K. K. Münkel, die sich im Märzheft der theol. Zeitschrift von Kliefoth findet, spricht sich Recensent, u. A. wie folgt, aus: „Der Versiegelung ist also nach Steinmetz eine überschwängliche Gefühlsversicherung von der Vergebung der Sünden. Sie kann plötzlich und mit einem Male, sie kann nach und nach aus schwachen Anfängen aufsteigend eintreten. Sie erfolgen durch das Mittel des Wortes Gottes und der Sacramente, der heil. Geist kann sie auch geradezu auf das anhaltende Gebet des Menschen geben. Eine solche Versiegelung ist gewissermaßen die Krone des geistlichen Lebens, wornach alle Gläubigen mit allem Ernste zu ringen haben, um aus der Schwachheit zur Kraft zu kommen, und den diesseitigen Höhepunkt des Christenthums zu ersteigen. Ist das der Fall, so hatte Steinmetz Grund, den Evangelisten der Versiegelung abzugeben, und unter den damaligen Pietisten auf dieselbe hinzuarbeiten.