# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1861_S240 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 240 Ein gutes Studentenbekenntniß. Schule die Pfleger und Bildner der theologischen Jugend geholt, wozu sich noch zwei Sachsen gesellt, von denen man des einen schon in diesem Saale früher Erwähnung gethan, der andere aber dem Herrn Minister v. Falkenstein besonders nahe steht und gestanden. „Fast die meisten jungen Theologen haben keinen Sinn für allgemeine Studien, weshalb sie größtentheils von Philosophie, Geschichte, Mathematik, Naturgeschichte (der Sündenpfuhl der superorthodoxen Partei) nicht viel verstehen, obgleich die Kenntniß letzterer von wesentlichem Nutzen für das practische Leben ist und namentlich die Geistlichen durch die Chemie, die Mutter der Agricultur, den Landbewohnern vielen Nutzen bringen könnten. Ueber die Unkenntniß vieler jungen Leute in Bezug auf allgemeine Wissenschaften ist die philosophische Facultät kopfschüttelnd und berathend zusammengetreten, was bei der bei dem Doctorexamen sich leider oft herausstellenden Unkenntniß der allgemeinen Studien anzufangen sei.“ Die Rede war am 7. Mai gehalten worden. Da erschien bereits am 17. Mai in der Beilage der Leipziger Zeitung „ein Wort der Erwiderung“ auf dieselbe, unterzeichnet von 127 Studenten der Theologie (etwa der Hälfte der Gesammtzahl). Darin heißt es: „Die Mißgriffe in der Bildung der akademischen Jugend leitet Herr Dr. H. von einer Verkennung des protestantischen Grundprincips ab. Wir fragen ihn: welcher historischen Quelle ist sein „„unumstößlicher Grundsatz des echten und unverfälschten (d. h. doch wohl ursprünglich reformatorischen?) Protestantismus““ entnommen? und halten ihm die unerschütterliche Thatsache entgegen, daß das Wesen des echten Protestantismus nach reformatorischer Fassung einerseits in der Rechtfertigung aus dem Glauben, andrerseits in der Anerkennung der alleinigen Auctorität der Schrift, nicht bloß der durch die bloße Vernunft gewonnenen subjectiven Ueberzeugung aufgehe. — Ein anderer Vorwurf des Herrn Dr. H. gründet sich auf die Behauptung, daß der einseitigen Bildung der theologischen Jugend durch eine geflissentliche Vernachlässigung allgemeiner, besonders philosophischer, Studien Vorschub geleistet werde. Wir geben zu bedenken, daß noch jetzt viele Theologen dem Brauche treu bleiben, einen Theil der akademischen Bildungszeit allgemeinen Studien zu widmen, ohne sich von irgend welcher Seite her in der freien Wahl des Gegenstandes beschränkt zu sehen, ferner, daß von einer geflissentlichen Vernachlässigung da nicht die Rede sein kann, wo selbst theologische Professoren diese Wissenschaft durch öffentliche Vorlesungen und in theologischen Examinibus zur Geltung bringen. Ist das für die allgemeinen Studien zu wenig gethan? und welche andere Facultät, natürlich mit Ausnahme der philosophischen, thut mehr dafür? Ueberdem: wie lange müßte ein Theolog studiren, wenn er als Student neben seiner Theologie auch noch allen Anforderungen allgemeiner Wissenschaftlichkeit gerecht werden und doch auch noch auf etwas mehr, als auf einen stümperhaften Dilettantismus Anspruch machen soll? Als eine Entwürdigung des Begriffs theologischer Wissenschaft aber müssen wir es bezeichnen, wenn Herr Dr. H. den Mangel