# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1861_S239 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ein gutes Studentenbekenntniß. 239 unsers Bekenntnisses“. Ich sage: ach, möchte doch dies anerkannt werden, wie bald würde dann Friede sein! Gott helfe dazu! Inzwischen behüte Er uns Alle vor Bitterkeit, Grimm und Zorn! Was die angezeigte Schrift über Schisma und Souverainetät der Pastoren und bezüglich auf das Vorsteheramt sagt, werde ich vielleicht künftig zu berücksichtigen Veranlassung haben. E. Ein gutes Studentenbekenntniß. Aus Anlaß der Berathungen über den Haushalt (Budget) im Departement des Cultus und öffentlichen Unterrichts hat der Abgeordnete der Stadt Leipzig, Dr. Heyner, in der zweiten Kammer der sächsischen Ständeversammlung eine Rede gehalten, der man (sie ist eines besonderen Abdrucks gewürdigt worden) den Titel „über die neutheologische Richtung in Sachsen“ gegeben hat. Die Rede ist ein nicht eben sehr feiner Ausbruch des Unwillens über die Machtstellung des göttlichen Wortes, die seit etwa 10 Jahren in Sachsen wieder zur Geltung gekommen ist, und mit der sich der Leipziger Herr, weil sie ihm unbequem sein muß, nicht einverstanden erklären kann. Sie ist nach keiner Seite hin, nicht einmal nach der der Form, bedeutend; sie bewegt sich sowohl in den Angriffen gegen das Ministerium, als auch gegen die Richtung, mit der dasselbe „liebäugelt“, vorwiegend in allgemeinen Phrasen und behauptet durchgehends ohne zu beweisen. Dennoch wird sie im Volke vielfältigen Anklang gefunden haben, gleichwie Unkraut jederzeit leichter aufgeht, als guter Same. Obwohl die ganze Rede ein Zeichen der Zeit ist, das zum Staunen der Nachwelt aufgezeichnet zu werden verdiente, so sind dem Pilger doch seine wenigen Spalten zu lieb, um sie mitzutheilen. Nur ein Stück sei ihr entnommen, das eine Widerlegung von seltener Trefflichkeit gefunden hat. Es lautet also: „Als Beweis der jetzigen kirchlichen Modesucht und exclusiven Richtung vergleiche man das damalige und jetzige theologische Leben auf der Universität Leipzig, wie man auf dieser Pflanzstätte des Wissens leider die superorthodoxe Tendenz pflegt und hegt. Unter der Herrschaft des früheren rationellen Systems herrschte Toleranz. Die beiden Lindner konnten unangefochten lehren und wirken. In der Zeit des katholisirenden Protestantismus, wo man die beiden Lindner im Namen des Staats zu Examinatoren machte, herrschte Apathie, Pressung der Freien und vernünftig Denkenden. Wo früher die Fackel eines Rosenmüllers, Krugs, Tzschirners, Großmanns, Krehls, Niedners leuchtete, ja nicht Theile zu vergessen, der zuerst als Professor der Theologie hier in diesem Saale den Muth hatte, die wahren Worte auszusprechen, daß Harleßens Berufung eine Calamität für Sachsen sei, wo solche lebensfrische Geister segensreich wirkten, da hat jetzt die Cultusministerialrichtung aus dem Treibhaus der Vilmar'schen und Eichhorn'schen