# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1861_S238 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 238 Dr. Huschke wider Past. Diedrich. Kirchenregiment und gegen ein Regiment, welches diese falsche Lehre vertheidigt und auf ihren Grund sich stellt, als einen verkehrten darstellen will, indem man sagt: was werden denn diese Leute, welche das Ober⸗Kirchencollegium verwerfen und demselben sich entziehen, anfangen, wo werden sie denn bleiben? und wenn man daraus einen Beweis gegen ihren Kampf führen will, weil sie sich noch keine andre kirchliche Verfassung ausgedacht haben. Dies geht alles von der Annahme aus, daß eine äußere gesetzliche Verfassung der Kirche eine nothwendige Bedingung ihres Bestehens ist. Eben dies aber ist der angegriffene Irrthum. Und die Reformatoren, hatten die einen Plan zu einer andern kirchlichen Einrichtung fertig, als sie begannen, das Papstthum anzugreifen? Nein, sondern sie überließen es dem HErrn, was der thun werde und thaten, was Gottes Wort und ihr Gewissen von ihnen forderte. — Daß alle örtlich sich naheliegenden Gemeinen gleiches Bekenntnisses in ein Verhältniß zu einander treten und daß sich gewisse Formen ihrer Gemeinschaft bilden werden, bleibt unbestritten und geschieht naturgemäß; eben so gewiß aber ist, daß es keines weltförmigen Regimentes bedarf, eine gesegnete Gemeinschaft christlicher Gemeinen zu vermitteln, wie dies die Beispiele der lutherischen Gemeinen in Amerika und in Australien beweisen. Daß aber nicht der Wunsch, das O.⸗K.⸗C. zu beseitigen, der Ausgangspunct des Kampfes gewesen ist, dafür berufe ich mich auf eine bestimmte Aeußerung des Pastor Wolf in der Kirchenzeitung für Lutheraner v. d. J. S. 42 (unten), wo er bezeugt, es liege ihm nicht daran, daß das O.⸗K.⸗C. aufgehoben werde, sondern er wolle nur nicht, daß es auf den Grund einer Lehrmeinung gestellt werde, welche er für schriftwidrig und gegen unser luth. Bekenntniß streitend erkenne. Und Pastor Diedrich hat mir in Breslau mündlich gesagt, seinetwegen könne das O.⸗K. C. noch zwanzig Jahre bestehen. Und ich sage hier: verwirft das O.⸗K.⸗C. die bekenntnißwidrige Lehre vom Kirchenregiment, welche wir bestreiten, so wollen wir es gern behalten; was zum Heil der Lehre anders werden muß, wird dann bald erkannt und geändert werden. Was die Stellen aus Luthers Schriften anlangt, welche der Herr Verfasser bringt, seine Meinung damit zu erhärten, so leiden auch die zum Theil eine ganz andre Auslegung; und mit Leichtigkeit lassen sich viele Aussprüche Luthers anführen, welche der Meinung des Herrn Verfassers durchaus ungünstig sind. Aber wir wollen zuerst sehen, was unsre Bekenntnißschriften lehren; und haben wir deren Sinn gefaßt, dann wollen wir Luthers Schriften ansehen; denn dann werden wir die rechten Augen dazu haben. Zum Schluß dieser Anzeige erinnere ich daran, daß der Kirchenrath Pastor Lasius, mein theurer Freund, im K.⸗Bl. v. v. J. S. 206 f., so hart er auch Pastor Diedrich wegen seiner Angriffe auf die Synodalbeschlüsse getadelt hatte, nichts desto weniger anerkennt, daß Pastor Diedrich in seinen Erörterungen über die Principien der Kirchenregierung und Kirchenverfassung „viel Richtiges und Wichtiges“ gesagt habe. Er bezeugt dort auch, daß Pastor Diedrich nichts Neues bringe, sondern „die klare Lehre