# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1861_S231 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Was von uns Wahres und Falsches berichtet wird. 231 Christi zum Gericht jeden Tag, heute oder morgen sich zutragen könne, da eben ihr tausendjähriges Reich, das sie, als noch zukünftig, setzen, noch nicht gekommen sei. Christus aber behauptet mit klaren ausdrücklichen Worten, darin er zugleich das Gleichniß von den zehn Jungfrauen aufschließt, Matth. 25, 13., daß seine richterliche Wiederkunft an jedem Tag und zu jeder Stunde zu erwarten sei. Das wäre nun das Wahre, das von unserer Synode auswärts gesagt ist, daß sie, wie Herr Past. Münkel und hoffentlich noch dieser und jener einfältige Lutheraner drüben und hüben, den Chiliasmus von Herzen haßt und bekämpft. Nun folgt das Irrige und Falsche. Es hat sich nämlich voriges Jahr Herr Prof. S. Fritschel (vom Seminar Wartburg der Jowa⸗Synode) auf eine Reise nach Deutschland und andern Theilen des lutherischen Europa begeben, um für sein Seminar milde Beiträge zu sammeln. Denn es scheint, daß der Vater dieser Anstalt, Herr Pfarrer Löhe, entweder nicht mehr dieselben Mittel oder jetzt eine etwas stiefväterliche Gesinnung für dieses sein Kind hat, vielleicht weil dessen Pfleger, obgleich diese sonst sehr gehorsamen Söhne ihres lieben Vaters zu Neudettelsau und seinen Sprüchen mit allem Fleiß unterthänig sind — denn wie könnte ein solcher Mann irren? — doch ein bescheidenes Bedenken haben, seine hinter dem Schreibtische für ihre Gemeinden abgefaßte und nur aus c. 90 Paragraphen bestehende Kirchen⸗Ordnung von A bis Z ihren Gemeinden aufzuladen. Summa, so viel ist gewiß, die gewohnten Geldquellen in Baiern scheinen jetzt spärlicher zu fließen; und die Gemeinden der Jowa⸗Synode sind entweder, der Zahl nach, noch zu gering, oder zu arm, oder zu undankbar, um ihre Lehranstalt zu erhalten. Das Wahrscheinlichste ist aber, daß unser HErrgott kein sonderlich Wohlgefallen an der Sonderstellung der Jowa⸗Synode hat, die eigentlich ihre Entstehung dem Umstande verdankt, daß ihre Glieder als gehorsame Werkzeuge ihres väterlichen Regenten, die Löhe'sch⸗kirchlichen Gedanken auf amerikanischem Boden verwirklichen und practiciren sollten. Auf dieser Collectenreise nun hat sich denn Herr Prof. Fritschel auch als Schriftsteller hervorgethan und in die Dorpater Zeitschrift einen Aufsatz „über den Bau der lutherischen Kirche im Nordwesten der Vereinigten Staaten von Nord⸗Amerika“ eingesandt. Darin sind denn die Synoden von Missouri und Buffalo als sonderliche Baumeister an diesem Bau aufgeführt; und beide bekommen zuerst Lob über Lob wegen ihrer Tapferkeit wider die Union, wegen ihres brennenden Eifers für die Wahrung des lutherischen Bekenntnisses, wegen ihrer kirchlichen Treue und Entschiedenheit und ihrer unbeugsamen Festigkeit und Ausdauer u. s. w. Es ist in dieser anerkennenden Liebe der Sohn Löhe's nicht zu verkennen, nur daß er das Kunststück des Meisters noch nicht recht gelernt hat; denn dieser versteht es, mitten in den Betheuerungen des Friedens und während er mit der einen Hand streichelt, mit der andern versteckte Seitenhiebe auszutheilen. Nach dieser Anerkennung (die freilich Herrn Past. Grabau und Comp. etwas im Bauche