# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1861_S229 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Was von uns Wahres und Falsches berichtet wird. 229 seine neueren Büchlein, z. B. „die Rosenmonate,“ zur Genüge aus, daß er sich in einer offenbaren Gegenstellung wider uns befindet; denn auch dieses Schriftlein macht so ziemlich jedem klar, der Augen hat, zu sehen, daß je länger je weniger seine ganze Anschauung von der Lehre von der Rechtfertigung getragen und durchdrungen ist, daß das evangelische Licht immer mehr in ihm erlischt und statt dessen eine unlutherische Macherei und Werkerei unter dem Schein und Vorgeben des lutherischen Wesens sein Herz einnimmt. Endlich ist es ihm schwerlich verborgen, daß nachdem er sich durch sein Eigenwirken von uns getrennet, kein sonderlich Glück und Segen auf seiner Arbeit für Amerika ferner ruht; denn wer möchte behaupten, daß seine Creatur und Conterfei, die chiliastische halt⸗ und gestaltlose Jowa⸗Synode, mit ihrer lutherischen Geberdung ohne lutherisches Wesen, ein besonderer Segen für dieses Land wäre? Auch von Seiten der preußischen Lutheraner hatte unser Verfahren wider den Chiliasmus in Wehre und Praxis keine günstige Aufnahme und Zustimmung zu erwarten; denn einmal hat ihr „Kirchenblatt“ nicht den gebührenden confessionellen Ernst wider den Chiliasmus gezeigt und hin und her mit Löhe und seinen Anhängern so ziemlich gemenschelt. Sodann aber hat die im Herbst versammelte Synode gar eine Art Compromiß mit dem Chiliasmus gemacht; denn während sie sich einerseits zu dem 17. Artikel der Augsburgischen Confession bekennt, so erklärt sie doch zugleich, niemand um deßwillen die lutherische Rechtgläubigkeit absprechen und ihn verdächtigen zu wollen, daß er „das 20 Cap. der Offenbarung und andere vom geschichtlichen Gange durch die Welt handelnde prophetische Stellen so verstehen zu müssen glaubt, daß er deren Erfüllung noch in der Zukunft sucht.“ Solche Erklärung wäre aber schwerlich erfolgt, wenn die Synode vom wahrhaft lutherischen Standpuncte, nämlich von dem des rechtfertigenden Glaubens aus den Chiliasmus anschaute; dann würde sie im heiligen Hasse wider diese schädliche und verderbliche Schwärmerei ein gar anderes rundes und entschiedenes Zeugniß wider sie erhoben haben; denn die wahrhaft im rechtfertigenden Glauben lebenden Christen sind ja bereits Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen und wiewohl unter der Larve des Kreuzes verborgen, doch innerlich Priester und Könige vor Gott, die „mit gottseligem Wesen und heiligen Wandel warten und eilen zu der Zukunft des Tages des HErrn;“ 2 Petr. 3. Sie sind bereits mit Christo geistlich auferstanden und in das himmlische Wesen gesetzt und warten auf kein tausendjähriges Reich, sondern „auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes Jesu Christi“ am jüngsten Tage, Tit. 2, 13. „Ihr Wandel ist bereits im Himmel, von dannen sie auch warten des Heilandes Jesu Christi, des HErrn, der am Tage der allgemeinen Auferstehung auch ihren nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann alle Dinge ihm unterthänig machen.“ Phil. 3, 21. Ist dem also, so ist gewiß, daß solche Leute nicht im rechtfertigenden