# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1861_S226 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 226 Theologische Axiome. Die Rechtfertigung leidet kein Mehr noch Weniger. 11. Justificatio fit in instanti. (Kromayer.) Die Rechtfertigung geschieht in einem Augenblick. 12. Apostolus particulam gratis (δωρεὰν) addit, quando ex gratia nos justificari pronuntiat; ergo per gratiam non potest intelligi donum aliquod nobis inhaerens, infusus quidam habitus, quo formaliter coram Deo simus justi, sed notatur gratuitus Dei favor, in Christo et propter Christum nos acceptans. (Gerhard.) Der Apostel fügt die Partikel „umsonst“ (Röm. 3, 24. „ohne Verdienst“) hinzu, wenn er sagt, daß wir aus Gnaden gerecht werden; also kann unter der Gnade nicht eine in uns haftende Gabe, eine uns eingegossene Fertigkeit verstanden werden, wodurch wir wesentlich vor Gott gerecht seien, sondern es wird damit das gnadenvolle Wohlwollen Gottes bezeichnet, welches uns in Christo und um Christi willen annimmt. 13. Verbum tum ἀκουστόν, tum ὁρατόν est causa instrumentalis justificationis. (Gerhard.) Sowohl das hörbare, als das sichtbare Wort ist die werkzeugliche Ursache der Rechtfertigung. 14. Promissio non accipitur, nisi fide. (Concordia.) Eine Verheißung wird nur durch den Glauben angenommen. 15. Deus est noster debitor non ex commisso, sed promisso. (Kromayer.) Gott ist unser Schuldner nicht dadurch, daß wir ihm etwas abverdient hätten, sondern dadurch, daß er uns etwas verheißen hat. 16. Da tua, sed quae non debes, proportio et adsit, Non aliter meritum dixeris esse tuum. Gib Eigenes, aber was du nicht schon schuldig bist, auch muß Gleichmäßigkeit statt finden, sonst kannst du nicht von deinem Verdienste reden. 17. Verbum et sacramenta sunt justificationis ὄργανα δοτικὰ, fides ληπτικόν. (Quenstedt.) Wort und Sacrament sind die Gebe⸗ und der Glaube das Nehme⸗ Mittel der Rechtfertigung. 18. Fides non propterea justificat, quod ipsa tam bonum opus, tamque praeclara virtus sit, sed quia in promissione evangelii meritum Christi apprehendit. (Concordia.) „Der Glaube macht gerecht nicht darum und daher, daß er ein so gut Werk und schöne Tugend, sondern weil er in der Verheißung des heil. Evangelii den Verdienst Christi ergreift und annimmt.“ 19. Fides non ut meritum, sed ut instrumentum apprehendens ad justificationem concurrit. (Gerhard.) Der Glaube ist bei der Rechtfertigung nicht als etwas Verdienendes, sondern als das ergreifende Werkzeug thätig. 20. Aliud est διὰ τὴν πίστιν, aliud διὰ τῆς πίστεως justificari; non justificamur propter fidem, sed per fidem. (Id.)