# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1861_S217 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die deutschen Lutheraner in America ꝛc. 217 Zwiespalt und Zerrüttung ꝛc., bis auf ernstliches Anrathen des Ministerii und wohlmeinender Vorsteher ein Mittel gebraucht wurde, welches gute Wir⸗ kung zu thun scheinet, nämlich mein Sohn Friedrich August mußte mit seiner Familie dahin ziehen, die Gemeine unter göttlichem Beistand wieder sammeln und zu vereinigen suchen; welches bis daher gut von Statten ge⸗ gangen. Er besorget auch nebenher ein Filial in den Oleyer Bergen und in Neugoschehoppe, wiewohl der leibliche Unterhalt noch nicht hin⸗ reichend ist, seine und seiner Familie Nothdurft in der theuern Zeit zu be⸗ streiten, und die New Yorker Gemeine, bei welcher er Prediger gewesen, bis er wegen der Kriegsumstände sich entfernen müssen, ihn noch nicht los ge⸗ geben hat, sondern seine Zurückkunft erwartet, wenn das Gewitter oder der Sturm vorüber sein wird. 7) Herr Past. Voigt wohnet nun in Pikestown über der Schuil⸗ kiel, und besorgt zwei Gemeinen an den zwei neuen Kirchen. Bemeldete Gemeinen haben einen schönen Pfarrplatz von 50 Ackern mit guten Wiesen und einem räumlichen steinernen Hause gekauft, und ihm zur Bewohnung übergeben. Von daher versiehet er auch am vierten Sonntage in Provi⸗ dence und an einem andern vierten in Potstown das Amt. Er hat im vergangenen Winter, Frühjahr und Sommer seine Noth und Herzeleid ge⸗ habt; weil ein mißgünstiger Commissär und Feldmedicus von der America⸗ nischen Armee, die nicht weit von da ihr Winterlager hatte, beide neue Kirchen zu Lazarethen eingenommen, die Stühle und Bänke heraus gebrochen, und kranke Soldaten hinein gelegt; ja sogar auch sein Wohnhaus damit über⸗ häuft, und ihn mit allerlei Bedrückungen gekränkt, unter dem Vorwand, weil er nicht öffentlich für den Congreß betete, und ein Tory (Anhänger des Königs) wäre. Nachdem aber ein uns bekannter Deutscher, Ober⸗Feld⸗ Medicus von unserer Religion, die Oberaufsicht in dieser Gegend bekommen, und es ihm geklagt worden, so haben sie gleich sein Haus räumen müssen. 8) Die vacante Gemeine in Readingtown wurde von meinem Sohn Friedrich August nach Nothdurft mit großer Beschwerlichkeit von Neu⸗Hannover aus besorgt, bis ihre Kirche mit ihrer Bewilligung zum La⸗ zareth für Verwundete übergeben ward. Er konnte auch mit dem Besuch nicht fortfahren, weil das Umherreiten gar zu kostbar ist. Z. B. ein Mann zu Pferde kann jetzt in einem Tage und Nacht nicht wohl unter 2 Pfund Un⸗ kosten fortkommen. Ein Pferd, das man sonst für 15 bis 20 Pfund kaufen konnte, kostet nun 100 bis 150 Pfund; und wie hoch kommen nicht Sattel, Zaum, Hufeisen und nothdürftige Kleidung, wenn man noch dazu eine Fa⸗ milie zu versorgen hat. Mein Sohn hatte einen neuen Rock nöthig, welcher ihm 40 Pfund kostete. Für einen schlechten Roquelor, den man sonst für 30 Schillinge haben konnte, fordern sie jetzt 40 Pfund, und dabei sind viele Menschen wohl so unverständig, daß sie meinen, fromme Prediger müßten unmittelbar vom Glauben leben.“ „Ich vermuthe täglich und stündlich einen Beruf zur Ewigkeit, weil ich im vergangenen Winter durch vieles Aufsitzen und Verkältung einen Fluß