# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1861_S216 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 216 Die deutschen Lutheraner in America ꝛc. auch bis hieher verbreitete, nach Neu⸗Hannover, besorgte mit vieler Beschwerlichkeit von da aus des am 26. Jan. a. c. verschiedenen Herrn Pastor Schaums vacante Gemeinen, unterrichtete und confirmirte in den⸗ selben eine Anzahl junge Leute. Nunmehro sind beide Seelsorger wieder beisammen, sammeln die Gemeine und halten Gottesdienst in beiden Kirchen mit Treue und unermüdetem Fleiß, nach der Gnade und Kraft, die der HErr darreichet. In die Zionskirche muß ein jeder Zuhörer seinen Stuhl oder Sessel mitbringen, wenn er sitzen will. Denn es würde in dieser theuern Zeit viel tausend Pfunde *) erfordern, wenn sie wieder ausgebauet werden sollte, indem der inwendige Bau zu Anfang in der wohlfeilen Zeit allein an Zimmer⸗ und Tischlerlohn, ohne die Materialien, bei zwei tausend und drei hundert Pfund gekostet hat. Schul⸗ und Pfarrhaus sind unversehrt geblie⸗ ben, die Schulen fortgesetzt, aber das Seminarium aus Mangel der Unter⸗ haltungskosten aufgehoben worden. Wie bei jetziger Theurung die leiblich armen Seelsorger und Schulhalter durchkommen werden, das wird die gött⸗ liche Vorsehung zeigen und die Zeit lehren. Ein Klafter Brennholz kostet beinahe 20 Pfund, ehe man ein Stückchen davon in den Ofen oder auf den Heerd legen kann. Ein hundert Pfund am Gewichte Mehl 5 bis 7 Pfund. Ein Buschel Salz 9 bis 12 Pfund. Ein Paar Schuhe 3 Pfund. Ein Pfund Butter 6 bis 10 Schillinge. Ein Buch Schreibpapier 15 Schillinge. Lei⸗ nene und wollene Kleidungsstücke unglaublich hoch, und so alles übrige, was zur Nothdurft und Nahrung gehört. 3) Die St. Peterskirche auf Barrenhill ist wechselsweise von beiden streitenden Partheien als Batterie und Pferdestall gebraucht und zerrüttet worden, liegt voll Unrath, und siehet aus wie eine Nachthütte im Kürbis⸗ garten, und wie eine verheerte Stadt. Die Einwohner daherum sind theils verjagt, theils ausgeplündert und in bittere Armuth versetzt. 4) Unsere Gemeine in und um Germantown hat vor andern sehr gelitten, weil daselbst das Haupttreffen vorgefallen, und die Stadt von der siegenden Armee geplündert worden. Unser Mitbruder, Herr Past. Schmidt, war genöthigt, mit seiner Familie ins Land zu fliehen, und sich kümmerlich zu behelfen. Was er vom Hausrath nicht gleich mit fortbringen konnte, das wurde hernach zerschlagen. Er predigte dann und wann einer vacanten Gemeine in Neugoschehoppe, wohnet nun wieder in Germantown, und suchet die armen Zerstreueten zusammen. Mit dem leiblichen Unterhalt wird es bei solchen Umständen schwer hergehen. Die Kirche ist ziemlich ver⸗ schont, außer, daß die Orgel zerbrochen. 5) Die St. Augustuskirche und Gemeine in Providence ist bisher theils vom Herrn Past. Voigt, theils von meinem Sohn, Friedrich Au⸗ gust, und mir besorgt worden, und verschont geblieben, ausgenommen, daß sie etliche Mal bei nasser und kalter Witterung starke Einquartirung gehabt. 6) Die alte Gemeine in Neu⸗Hannover war in betrübtem Streit, *) Drei Pfund Pennsylvanisch machen zwei Pfund Sterling. Man kann Ein Pfund Pennsylvanisch für 4 Rthlr. in Louisd'or rechnen.