# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1861_S211 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Einiges den Zwiespalt innerhalb der Leipziger Mission Betreffende. 211 „„einfach““ zu entscheiden, wie Herr Lehrer Schütze meint. Es wird unter treuen Christen hier zu Lande, unter eifrigen von der Liebe Christi gedrungenen Missionaren draußen unterschiedliche Meinungen in diesem Stück geben; selbst unter den englischen Missionaren ist das der Fall (wie noch jüngst Einer aus ihrer Mitte im Tamulenlande, Miss. Callwell, be⸗ kundet hat). Gegner der Kaste sind wir, die Glieder der Leipziger Mission, fürwahr nicht minder wie irgend ein Engländer; um die Weise der Geg⸗ nerschaft handelt sich der Streit. Möchte es ein Wettstreit in der Liebe Christi sein! Das Verkehrte ist nur, wenn die leiser und langsamer Gehenden auf der einen, die rascher und energischer Eilenden auf der andern Seite sich unter einander beißen und fressen, statt sich zu tragen und zu ergänzen. Jedoch ich habe hier nicht vor, eine Abhandlung über die Kastenfrage zu schreiben, die mir seiner Zeit Noth genug gemacht hat. Nur meine persön⸗ liche Stellung zum Missions⸗Collegium dieser Frage halben will ich bezeugen. Und da erkläre ich: 1. daß mein Weggang von Leipzig mit dem Kastenstreite unter unsern Missionaren oder mit einem Zwiespalt zwischen meinem damaligen Collegen Dr. Graul und mir über die Kastensache nicht das mindeste zu thun gehabt hat; 2. daß der „„Erlaß““ des Missions⸗Collegiums und dessen gesammtes Verfahren der Kaste gegenüber mich selbst nicht hindern würde, der unter dessen Leitung stehenden Mission im Tamulenlande als Missionar zu dienen, wie ich denn meinen Freund Miss. Wendlandt nicht nur auf's entschiedenste davon abgemahnt habe, unsere Mission zu ver⸗ lassen, sondern auch dringend gebeten, daß er in den Missionskirchen⸗ rath eintreten möchte. Für eine Reihe von Thatsachen, derenthalben Herr Lehrer Schütze das Missions⸗Collegium anklagt, trage ich die Verantwortung mit Dr. Graul zugleich. Ich begegne hier ausdrücklich der Anklage in Betreff der Aussen⸗ dung des Miss. Stählin. Diese Anklage geht besonders mich an, da ich mit den Missions⸗Candidaten exegetische Uebungen zu halten hatte. Nim⸗ mermehr würde ich zur Abordnung des Miss. Stählin meine Zustimmung gegeben haben, ohne die Ueberzeugung gewonnen zu haben, daß derselbe das Evangelium predigen und lehren werde, mit dem Bekenntniß unserer Kirche, nach der Weisheit unseres lutherischen Katechismus, nach der Weise des hei⸗ ligen Paulus: „„Ich hielt mich nicht dafür, daß ich etwas wüßte unter euch ohne allein Jesum Christum den Gekreuzigten.““ Wäre dem Miss. Stählin die Frage vorgelegt worden: „„Hältst Du Jesu Tod nicht für einen Ver⸗ söhnungstod, sondern bloß für einen Bewährungstod?““ — er würde, deß bin ich gewiß, eine Antwort gegeben haben, die Herrn Lehrer Schütze beschämt hätte. Die Beschuldigung, Stählin habe „„seinen Irr⸗ thum in einer Predigt, die er in Gegenwart der Miss. Schwarz und Appelt hielt, ausgesprochen,““ ist — wie mir von verläßlicher Stelle mitgetheilt worden — darauf zurückzuführen, daß Stählin in einer Predigt, worin die