# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1861_S209 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Einiges den Zwiespalt innerhalb der Leipziger Mission Betreffende. 209 hochwürdigen Consistorium und dem verehrten Superintendenten der Lan⸗ deskirche, sondern auch von der Mehrzahl ihrer Pastoren das Treiben jener Partei gemißbilligt werde, so glaubte ich doch bisher zu einem berichtigenden Worte darüber keine besondere Veranlassung zu haben. Da sich aber in der letzten Zeit dieses Treiben zum Theil in solche Bahnen verlaufen hat, daß Alle, die die Wahrheit lieb haben und nicht gänzlich parteiisch verrannt sind, sich nur auf das Bestimmteste davon lossagen können, so muß natürlich auch den theuren lauenburgischen Brüdern daran gelegen sein, daß nicht ferner ihre Stellung zu unserer Mission mit der von Etlichen in ihrer Mitte ein⸗ genommenen Parteistellung verwechselt werde. Die von dort her an mich gerichtete Bitte, durch eine gelegentliche Bemerkung im Missionsblatte einer solchen ferneren Verwechselung zu wehren, weiß ich nicht besser zu erfüllen, als durch Mittheilung der folgenden Stelle aus einem Schreiben des jetzigen lauenburgischen Missionsausschusses, für welches wir zugleich den lieben Freunden herzlich dankend die Hand reichen.“ „„Die materielle Hülfe,““ heißt es darin, „„welche wir Ihnen wer⸗ den gewähren können, wird zwar voraussichtlich für's Erste eine für Sie erhebliche kaum sein können, da die Zerwürfnisse, welche in den letzten Jahren unter uns geherrscht haben, nicht ohne üblen Einfluß auf die Missionsthätigkeit mancher unter unsern Gemeinden geblieben sind; allein wir hoffen, daß mit des Herrn Hülfe unsere Landeskirche auch von diesen ihr geschlagenen Wunden bald genesen werde, und bitten Sie, geliebte Brüder, zu deren Heilung auch an Ihrem Theile mitzuwirken. Zu dem Ende wollen Sie in Zukunft bei etwaiger abermaliger Erwähnung des traurigen Zwiespalts, der in der missionirenden lutherischen Kirche aus⸗ gebrochen, und innerhalb derselben zuerst und zumeist in der lutherischen Kirche des Herzogthums Lauenburg offenbar geworden war, sich derartiger Bezeichnungen enthalten, als z. B. „die Lauenburger“, „die lauenburgi⸗ schen Freunde des Miss. Ochs“ u. dgl., welche diejenigen, die mit der ei⸗ gentlichen Sachlage weniger bekannt sind, zu der falschen Annahme ver⸗ leiten könnten, als ob die lauenburgischen Missionsfreunde in ihrer Ge⸗ sammtheit die Anschauungen und das Gebahren der Gegner der Leipziger Missionsgesellschaft gebilligt hätten. Denn es stand doch auch unter den Lauenburgern von Anfang an nur ein Theil gegen, und ein anderer Theil entschieden auf Seiten Leipzigs. Vor allen Dingen aber bitten wir Sie, uns auch durch Ihre Gebete zu unterstützen, daß der Herr bald alle Diener und Glieder unserer Landeskirche willig machen möge, in Gemeinsamkeit mit Ihnen und der gesammten lutherischen Kirche die Verkündigung seines göttlichen Wortes unter den Heiden zu fördern.““ „Ja, darum wollen wir beten, lieben Brüder, und betend täglich die ganze Sache in die Hände unseres treuen Gottes legen, der sie schon hinaus⸗ führen wird zum Siege. Es mußte wohl einmal so kommen, wie es jetzt gekommen ist, damit das ungesunde Wesen, welches sich gerade an die Mission so vielfach angesetzt hat, einmal offenbar würde. Aber das Heraustreten des Schadens ist, wenn noch nicht der Anfang, so doch der Weg zur Heilung desselben. Darum laßt uns nur alle dem barmherzigen Arzte stille halten, brauchte er gleich seine schärfsten Messer wider das wilde Fleisch. Er hat ja eine sichere Hand, der wir trauen dürfen, und braucht seine Messer, nicht um 14