# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1861_S208 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 208 Einiges den Zwiespalt innerhalb der Leipziger Mission Betreffende. einer Bedenkzeit von acht Tagen, von mir verlangt, sein Buch im Missions⸗ blatte anzukündigen. „„Wenn Sie sich weigern,““ heißt es darin, „„die beigelegte Annonce in das Missionsblatt einzurücken, so werde ich mein Buch in der gelesensten Oppositionszeitung anzeigen *), und werde in der Anzeige die sämmtlichen kirchlichen Behörden und die sämmtlichen protestantischen Bewohner Sach⸗ sens, zu denen auch die Missionsfeinde gehören, anrufen, daß sie Einsicht in die Sache nehmen und ihr Urtheil abgeben. Wir leben, Gott sei Dank, nicht in Mecklenburg, sondern in Sachsen, wo man die Wahrheit ungestraft sagen und die faulen Zustände ungescheut aufdecken kann. Die kirchliche Stimmung oder Verstimmung unsers Volkes dürfte mir ein starker Bun⸗ desgenosse im Kampfe werden.““ Dahin ist es also bereits gekommen, daß man nicht nur durch Verbrei⸗ tung der empörendsten Unwahrheiten seine böse Sache zu verfechten sucht, sondern auch mit vollem Bewußtsein ein Bündniß mit den „„Missions⸗ feinden““ und der „„kirchlichen Verstimmung unsers Volkes““ einzugehen nicht verschmäht. Meine Leser werden mir zustimmen, daß dem gegenüber nichts weiter übrig bleibt, als einfach zu schweigen und Gott dem Herrn das Gericht zu befehlen. Das einzige Wort darauf könnte nur ein entschiedenes Pfui! sein. Obwohl es mir nun aber unter diesen Umständen unmöglich ist, die Morahtsche Schrift jetzt noch, wie ich früher beabsichtigte, einer eingehenden Beleuchtung zu unterziehen, so möchte ich doch ein paar Punkte darin nicht ganz ohne Antwort lassen, welche besonders geeignet sind, die Wirksamkeit unseres Miss. Cordes in ein falsches Licht zu stellen, in dessen Händen die Leitung unserer ostindischen Mission an Ort und Stelle hauptsächlich liegt, und dessen lautere Treue, kirchliche Klarheit und praktische Besonnenheit uns immer auf's Neue mit Dank gegen Gott erfüllt. Es mag dies zugleich als Probe für die Art der ganzen Schrift dienen.“ In dem Folgenden weist der theure Hardeland ebenso schlagend wie ruhig nach, wie den Pastor Moraht nur Unkenntniß des früheren Sach⸗ verlaufes und ihm zugegangene unredliche Darstellung desselben von Seiten des Missionar Ochs zu dessen Sachwalter gemacht und dabei zu mancherlei Verkehrungen des Sachverhalts und des Streitpunctes verleitet hat. Zuletzt schreibt Hardeland noch Folgendes: „Ich kann jedoch nicht schließen, ohne mich zuvor noch einer Freundes⸗ pflicht zu entledigen, die mir schon lange auf der Seele gelegen hat. Es ist nämlich in den bisherigen Verhandlungen über diese Sache mehrfach von „den Lauenburgern“ in einer Weise geredet worden, die den Schein erwecken könnte, als ob die lauenburgische Landeskirche in ihrer Gesammtheit oder wenigstens dem größeren Theile nach ihre alte Verbindung mit unserer Mission abgebrochen und sich auf die Seite der Ochs'schen Partei gestellt habe. Obwohl ich nun als gewesener Lauenburger sehr wohl wußte, wie wenig dies der Fall sei, wie entschieden vielmehr nicht nur von dem dortigen *) Ist seitdem geschehen.