# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1861_S177 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Eine neue Deutung der biblischen Schöpfungsurkunde. 177. keit mit Unrecht verworfen habe? Der Unterschied zwischen Luther und dem Observer mag daher kommen, daß Luther sich in allen Stücken der Lehre allein vom klaren Worte Gottes leiten ließ, während der Observer lieber seiner Vernunft oder vielmehr seinem dunkeln Gefühl folgt, und nicht ernst⸗ lich fragt, was die Schrift lehrt. S. Eine neue Deutung der biblischen Schöpfungsurkunde wird in folgender Schrift gegeben: „Die Schöpfungsgeschichte und die Lehre vom Paradies. Ein urgeschichtlicher Versuch von Phil. Friedr. Keerl. Basel, 1861.“ Es ist dies ein Werk von 804 Seiten gr. 8. und soll dasselbe nur den ersten grundlegenden Theil bilden zu einer von dem Verfasser in Aussicht gestellten Schrift unter dem Titel: „Der Mensch, das Ebenbild Got— tes, sein Verhältniß zu Christo und zur Welt.“ Auch diese Schrift liefert den Beweis, daß man jetzt, müde der abstracten Philosophien der Neuzeit, wieder Geschmack an den Phantasien des Gnosticismus gewonnen hat, der sich aber jetzt in angebliche tiefere Aufschlüsse über die biblische Schöpfungs— urkunde einhüllt und in diesem Kleide Aufnahme in der Kirche hofft. Herr Prof. Dr. Keil, vormals in Dorpat, jetzt, so viel wir wissen, in Leipzig pri⸗ vatisirend, gibt in der theologischen Zeitschrift von Dieckhoff und Kliefoth (Januar- und Februar-Heft d. J.) eine Kritik des Werkes von Keerl, aus welcher wir unseren Lesern des letzteren Deutung der biblischen Schöpfungs— urkunde mittheilen. Dr. Keil gibt den wesentlichen Inhalt derselben, wie folgt, an: