# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1861_S159 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich-Zeitgeschichtliches. 159 Fürstenwalde. Von diesem theol. Monatsblatt der preuß.-luth. Kirche sind, wie wir aus dem Pilger ersehen, bereits 3 Hefte erschienen. Darin befindet sich u. a. ein Artikel von Past. Brunn: Gottes Wort und Luthers Lehr, zur Rechtfertigung der Amtstheorie der Missourier, besonders gegen Pfr. Löhe u. s. w. Leider ist die Zeitschrift uns bis Dato noch nicht zugekommen. Rostock, 26. Febr. Die Weser-Zeitung meldet darüber: Baumgarten hatte durch eine Schrift: „Ein Weg zum Frieden,“ die Mitglieder der Rostocker Gemeinde aufgefor⸗ dert, den Consistorialrath Krabbe zu ermahnen, seine gegen Baumgarten erhobene Beschul⸗ digung wegen wissentlichen und ungescheuten Bruchs seines Amtseides zurückzunehmen. Die⸗ ser Aufforderung entsprachen 600 der angesehensten Einwohner Rostocks durch eine Addresse an Krabbe, welcher deswegen klagbar ward. Das Gericht eröffnete eine Untersuchung gegen B. und die 15 Hauptförderer der Addresse und zwar nur gegen diese. Da das Gericht sich über das Urtheil nicht einigen konnte, wurde ein solches von der Justizcanzlei zu Güstrow ein⸗ geholt. Das Erkenntniß verurtheilte Baumgarten zu einer Strafe von 30 Thalern, sieben der andern Angeschuldigten zu 20 Thalern und entbindet die Uebrigen von der Instanz. Sämmtliche Angeschuldigte haben gegen dieses Erkenntniß Berufung eingelegt. Hannover. Man beabsichtigte hier, ein Oberconsistorium zu errichten; dem sollen sich aber, wie der Neuen Pr. Z. geschrieben wird, so viele Schwierigkeiten in den Weg stellen, daß vorläufig darauf verzichtet wird und nur die Aenderung eingeführt werden soll, daß die kleineren luth. Consistorien des Landes dem Consistorium zu Hannover, welches jetzt schon den größten Theil der luth. Gemeinden umfaßt, untergeordnet werden. Dirschau, 1. März. Der Magistrat ist Patron der evangelischen Kirche; nun ist jetzt ein Jude Mitglied des Magistrats, und der Pfarrer trug Bedenken, fortan die übliche Fürbitte für den Patron im Kirchengebet abzuhalten. Er bat zuerst den Magistrat um Ver⸗ zicht, dieser aber lehnte ab, und so kam die Sache an das Consistorium, das für Beibehal⸗ tung der bisherigen Form entschied. Würtemberg. Nachdem hier über das mit dem Pabste abzuschließende Concordat im ganzen Lande evangelischerseits große Unruhen entstanden waren, hat der König eine, Beruhigung bezweckende, Ansprache an sein Volk von allen Kanzeln verlesen lassen, darin drückt sich der König, von sich selbst redend, u. A. also aus: „Ich als evangelischer Fürst und Oberhaupt (!) Meiner Landeskirche.“ Recension eines Zeugnisses aus unserer Synode. Bekanntlich hat Pastor Fick, als er in Deutschland weilte, folgendes Schriftchen publicirt: „Zeugniß aus der ev.-luth. Kirche Nordamerica's. Hildesheim bei Gerstenberg. 1859.“ 45 S. gr. 8. Dieses Schriftchen recensirt Lic. Ströbel in Zeitz im zweiten Quartalheft der Rudelbach-Guericke'schen Zeitschrift, wie folgt: „Auf den Rath eines Freundes theilt uns H. Fick, Pastor der evang.⸗luther. Gemeinde in Detroit, Michigan, nach einem von ihm selbst verfaßten dankenswerthen Vorberichte über den Stand der lutherischen Kirche in Nord⸗ america, das „„Vorwort der Redaction zum fünfzehnten Jahrgange des Lutheraner““ mit, welches in Beantwortung der Frage: „„Warum hangen wir so fest an der Lutherischen Kirche?““ besteht und den Haupttheil des vorliegenden Schriftchens ausmacht. Verfasser des Vorworts ist Prof. Walther, einer von den blutwenigen, die in unserer Zeit wirklich wissen, wo die evangelisch-lutherischen Zäume hängen, und die auch, zum Behuf des adäquaten Ausdrucks ihrer Ueberzeugung, eine correct-lutherisch schreibende Feder zu schnei⸗ den verstehen. Es ist eine wahre Erquickung, diese wenigen Blätter zu lesen. Da findet man nichts von vermittlungstheologischer Wissenschafterei, nichts von „„schwesterlicher““ Sehnsucht nach dem lieben Pabstthum und der hundertköpfigen Sacramentirerschaft, na⸗ mentlich keinen Hauch des „„Geistes der Milde und Mäßigung““ (im Gegentheil heißt es gar, S. 18.: „„Die Rationalisten, Unitarier, Swedenborgianer nennen wir hier nicht, denn da sie die heilige Dreieinigkeit leugnen, so sind diese Menschen nicht unter die Christen, son⸗ dern zu den Heiden zu rechnen““); — aber eben darum auch keine Spur von Heuchelei und Schmeichelei, von ehrlosem Lug und Trug, vom Nebel und Schwebel der Ohrenkrauer, son⸗